EU-Initiative zur Aufnahme von Afghanen ohne Österreich

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Angesichts der dramatischen Lage nach der Machtübernahme der Taliban wollen insgesamt 15 EU-Länder rund 40.000 besonders schutzbedürftige Menschen aus Afghanistan aufnehmen. Österreich werde sich nicht daran beteiligen, hieß es am Freitag aus der EU-Vertretung Österreichs in Brüssel auf APA-Anfrage. Damit verfolgt der neue Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) den Kurs seines Vorgängers und jetzigen Bundeskanzlers Karl Nehammer, der sich stets gegen weitere Aufnahmen aussprach.

In den vergangenen Monaten haben die EU-Staaten nach Angaben der Kommission bereits rund 28.000 Menschen aus dem Land evakuiert. Die nun genannten 40.000 kommen demnach hinzu. Einem Brief der EU-Innenkommissarin Ylva Johansson zufolge gibt es ganz konkret 38.146 Zusagen - die meisten davon, rund 25.000 Flüchtlinge, will Deutschland aufnehmen, berichtete die dpa.

Caritas-Präsident Michael Landau hofft laut Kathpress, dass sich Österreich doch noch an der Aufnahme von Flüchtlingen aus Afghanistan beteiligen wird. „15 EU-Länder wollen 40.000 besonders verletzliche Menschen aus Afghanistan aufnehmen. Dass Österreich bei dieser breit getragenen europäischen Solidaritätsaktion nicht dabei sein soll, halte ich für höchst bedauerlich“, erklärte Landau am Freitag via Twitter und schrieb: „Ich hoffe, dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.“


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