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ÖSV-Riesentorläufer in Val d‘Isere vor schwieriger Aufgabe

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Der Schweizer Marco Odermatt reist als Gesamtweltcupführender zum Weltcup nach Val ‚Isere und wird dort auch im Roten Trikot des Disziplinersten den Riesentorlauf am Samstag bestreiten. Es liegt vorrangig an Stefan Brennsteiner und Manuel Feller, den Aufschwung im österreichischen Team in dieser Disziplin weiter mit Substanz zu untermauern. Denn der hinter Odermatt in Sölden zweitplatzierte Roland Leitinger ist nach dem Kreuzbandriss nicht mehr mit dabei.

Bei der ersten Europa-Station der Alpinski-Männer nach der Nordamerika-Tournee sind in Frankreich ein Riesentorlauf und am Sonntag ein Slalom (jeweils 9.30/13.00 Uhr) geplant. Sorgen bereitete in Hochsavoyen allerdings bis zu 50 cm Neuschnee. In der Nacht auf Samstag wollte man mit Pistengeräten und 100 Helfern ab 03.00 Uhr den Schnee aus der Piste bringen. Sollte dies nicht gelingen, wurde in der Mannschaftsführersitzung entschieden, den RTL auf Sonntag zu verlegen. Der Slalom würde dann ausfallen. Zum Ärgernis von ÖSV-Rennsportleiter Andreas Puelacher: „Ich verstehe nicht, warum man das Programm nicht von vornherein umgedreht hat.“

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Für Brennsteiner geht es auf der steilen Face de Bellevarde darum, das ins Ziel zu bringen, was er in Tirol schon drauf hatte, ehe er ausfiel. Und was ihm in der vergangenen Saison zu u.a. zwei dritten Plätzen verholfen hat. Nach zuletzt doch guten Trainingsbedingungen im steilen Gelände fühlt er sich gerüstet, fit sei er sowieso. „Es ist der schwierigste Riesentorlauf im gesamten Skizirkus, ein sehr cooler Hang. Ich freue mich auf die Herausforderung.“ Verletzt hatte er sich zwischenzeitlich an der Hand, nach der „kleinen Zwangspause ist aber alles wieder okay“ und er „wieder richtig hungrig“.

Vor Odermatt verstecken müsse man sich nicht, versicherte Brennsteiner. Auch das erneute Verletzungspech des Teamkollegen hindert ihn nicht daran, Gas zu geben. „Du musst hoffen, dass du deine Hausaufgaben gut gemacht hast. Darauf vertrauen, dass die Schritte richtig waren, dass du engagiert Rennfahren kannst.“ Leitinger richtete seinem Freund in einem sehr emotionalen Posting vor ein paar Tagen aus, dass er „jetzt der Edelfan vorm Fernseher“ sei. „Stefan, ich wünsche mir für dich, dass du mit deiner Begeisterung den Skisport zu betreiben, die Saison deines Lebens fährst und Spaß daran hast.“

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Um in Val d‘Isere auch beim Studium der Ergebnisliste noch Spaß zu haben, heißt es zuvor Köpfchen einschalten. „Da sind noch mal ein, zwei Tore mehr als sonst, wo du technisch gut Skifahren musst, sonst wirft es dich ab. Aber es ist ein Rennen wie jedes andere auch, halt sehr schwierig, den Rhythmus zu finden, weil jedes Tor anders ist. Man kann gut angreifen, muss aber hin und wieder mit Kopf fahren“, erklärte Brennsteiner.

Gut zurecht kommt mit der Piste Manuel Feller, der Tiroler war im Riesentorlauf bereits 2015 Vierter und insgesamt viermal in den ersten zwölf. Der Auftakt in Sölden (15.) fühlt sich für ihn bereits sehr weit weg an. „Für mich beginnt die Saison jetzt, dann geht es Schlag auf Schlag, Wochenende für Wochenende. Da wird schon was Gutes rausschauen. Ich habe weit mehr in den Riesentorlauf investiert über den ganzen Sommer. Der Riesentorlauf ist immer die Basis vom Skifahren, wenn das technisch passt, braucht es im Slalom nur ein paar Tore, die du fahren musste.“

Er habe im Riesentorlauf einen Schritt gemacht, in Sölden habe man gesehen, dass er sich skifahrerisch verbessert habe. „Momentan geht es mir sehr gut.“ Da sich im vergangenem Winter wegen der Rückenprobleme nach dem Bandscheibenvorfall „physisch wie psychisch“ vor jedem Riesentorlauf Fragen aufgetan hätten, sei er umso stolzer, sich in den ersten 30 gehalten zu haben.

Und nun sagen zu können: „Ich fühle mich in beiden Disziplinen gut.“ Was kein Nachteil ist, denn der Hang in Val d‘Isere ist anspruchsvoll. „Das ist ein Kampf oben bis unten, gut fühlen ist da definitiv nicht angesagt. Ich bin aber auf jeden Fall bereit.“

Der letzte Riesentorlauf in Val d‘Isere fand 2018 statt, als Marcel Hirscher gewann, das Rennen 2019 wurde wetterbedingt abgesagt, 2020 fanden Speedbewerbe statt. Ein großer Favorit am Wochenende ist der Franzose Alexis Pinturault, der Riesentorlauf-Wertungssieger der abgelaufenen Saison gewann 2016 und 2017. Aber auch mit dem Slowenen Zan Kranjec, dem Kroaten Filip Zubcic, dem Italiener Luca de Aliprandini und den von Odermatt angeführten Schweizern wird zu rechnen sein.


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