Entgeltliche Einschaltung

Europäischer Filmpreis: Jasmila Žbanić beste Regisseurin

  • Artikel
  • Diskussion

In Berlin wurde Samstagabend der 34. Europäische Filmpreis verliehen - aufgrund der Coronapandemie erneut in einer Hybridfassung mit vielfach zugeschalteten Akteuren. Die Bosnierin Jasmila Žbanić wurde dabei als beste Regisseurin gewürdigt - für ihre österreichische Koproduktion „Quo Vadis, Aida?“. Die 46-Jährige bedankte sich dabei als erstes bei der jüngst verstorbenen italienischen Regisseurin Lina Wertmüller, die sie als Wegbereiterin bezeichnete.

Zuvor hatte sich Žbanić noch in der Drehbuchkategorie Florian Zeller und Christopher Hampton, den Autoren hinter „The Father“, geschlagen geben müssen. Das zweite österreichische Werke mit Chancen auf Trophäen am Abend ging indes leer aus. Franz Rogowski, der für seine Hauptrolle in Sebastian Meises Drama „Große Freiheit“ als bester Schauspieler nominiert war, musste sich dem 83-jährigen Anthony Hopkins für seinen Part als Demenzkranker in „The Father“ geschlagen geben.

Entgeltliche Einschaltung

Zuvor war bei der von Schauspielerin Annabelle Mandeng moderierten Show in der Arena Berlin die Auszeichnung für den besten Animationsfilm an die dänische Fluchtgeschichte „Flee“ von Jonas Poher Rasmussen vergeben worden. Diese hatte sich im Vorfeld bereits den European University Film Award sichern können. Als beste Komödie wurde hingegen die norwegische Produktion „Ninjababy“ gewürdigt, in deren Zentrum eine Comiczeichnerin steht, die ungewollt schwanger wird. „Ich wollte einen witzigen und befreienden Film über Elternschaft machen“, freute sich Regisseurin Yngvild Sve Flikke via Livezuschaltung darüber, dass ihr Ansinnen aufgegangen ist.

Die dänische Regisseurin Susanne Bier gehörte hingegen zu den wenigen, die sich persönlich in den weiten Hallen der Arena Berlin eingefunden hatten, um dort den Ehrenpreis für „Europäische Leistungen im Weltkino“ entgegenzunehmen. Die 61-Jährige, die 2011 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film mit „In einer besseren Welt“ gewann, war mit dem Werk einst auch die erste Frau, die beim Europäischen Filmpreis die Regietrophäe für sich reklamieren konnte. „Dass es diese Gala heute Abend trotz der Weltlage gibt, ist ein unglaublicher Beweis für die Lebenskraft des europäischen Kinos“, freute sich die Filmemacherin in ihrer Dankesrede.

Jetzt eines von fünf Jahresabos für Body & Soul gewinnen

TT-ePaper 4 Wochen gratis ausprobieren, ohne automatische Verlängerung

Der Europäische Filmpreis zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen der Branche. Die mehr als 3.800 Mitglieder der in Berlin ansässigen Europäischen Filmakademie stimmen über viele Preisträger ab, ähnlich wie bei den Oscars in den USA. Die eigentlich im Wechsel in der deutschen Hauptstadt und einer anderen europäischen Metropole abgehaltene Gala wurde dank Corona nun zum zweiten Mal hintereinander in einer primär gestreamten Variante aus Berlin verliehen.

)


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung