Neukaledonien stimmt zum dritten Mal über Unabhängigkeit ab

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Das französische Überseegebiet Neukaledonien stimmt am Sonntag zum dritten und vorerst letzten Mal über seine Unabhängigkeit von Frankreich ab. Etwa 185.000 Wahlberechtigte können ihre Stimme abgeben. Bei den vorherigen zwei Referenden im November 2018 und Oktober 2020 sprach sich jeweils eine Mehrheit auf dem Archipel im Südpazifik gegen die Unabhängigkeit aus. Das Abkommen von Nouméa von 1998 hatte bis zu drei Volksabstimmungen über eine Abspaltung vorgesehen.

Frankreich hatte das Datum für das Referendum im Sommer nach Beratungen mit Vertretern des Archipels verkündet. Separatisten kritisierten die Wahl des Zeitpunkts. Sie befürchten Einschränkungen der Wahlgleichheit und der Meinungsfreiheit unter anderem angesichts der zeitlichen Nähe zu den französischen Präsidentenwahlen im kommenden April. Auch die Corona-Krise nannten sie als Grund für ihren Wunsch nach Verschiebung. Der angerufene Staatsrat wies eine Bitte um Verschiebung zurück. Die Befürworter der Unabhängigkeit riefen vor dem Votum zum Boykott auf.

Das Archipel Nouvelle-Calédonie (wörtlich: Neuschottland) hatte James Cook 1774 bei seiner zweiten Südseereise als erster Europäer betreten. 1853 war es von Frankreich in Besitz genommen worden.

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