Solarpaneele beim Sonnenbad: Ausstellung in der MAK-Galerie

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„Ich habe Solarpaneele auf Urlaub geschickt.“ Was wie ein schräger Filmtitel à la „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ klingt, ist Johanna Pichlbauers Erklärung zu ihrer zentralen Installation in der MAK-Galerie, die ab morgen zu sehen ist. „There will be! People! On the Sun! Soon!“ heißt die Ausstellung der jungen Designerin, die sich den unterschiedlichsten Aspekten unserer Beschäftigung mit der Sonne widmet, von der Energiequelle bis zum Objekt der Anbetung.

Über allem lacht jenes Sonnen-Zeichen, das zum Logo der Anti-AKW-Bewegung wurde. „In jedem Kindergarten findet man diese fröhlich strahlenden Sonnensymbole, dabei wird die Sonne im Klimawandel ja auch zur Bedrohung“, beschreibt Pichlbauer, die Maschinenbau an der TU Wien sowie Industriedesign/Design Investigations an der Universität für angewandte Kunst studierte, im Gespräch mit der APA die Ambivalenz und Vielschichtigkeit ihres Themas, das sie mit einigem Augenzwinkern abhandelt. Die Handtücher im Solarpaneele-Design etwa, die in ihrer Installation „Copa Solar“ über viele im Ausstellungsraum verteilte Sonnenliegen gelegt sind, hat sie selbst entworfen und bei Vossen produzieren lassen.

Pichlbauer hat einige Objekte der MAK-Sammlung in ihre Ausstellung integriert. Sonnenuhren treffen da auf den „letzten Sextanten“, der im Rahmen der Beschäftigung mit „spekulativem Design“ vorausschauend für das Jahr 2121 entworfen wurde, eine von Carl Hagenauer entworfene Bronzefigur wird Teil einer digitalen Collage, die mit unserer Begeisterung für die Sonne als Fotomotiv spielt. Zu sehen ist aber auch das Video eines Mannes, der Sonnenkollektoren eine ihnen gewidmete Ode vorträgt. Und auch der Ausstellungstitel ist ein Literatur-Verweis: Die US-Autorin Patricia Lockwood legt dieses Zitat in ihrem Debütroman „No One Is Talking About This“ dem sowjetischen Futuristen Wladimir Majakowski in den Mund. Da lässt sich nur mit dem verstorbenen österreichischen Avantgardefilmer Ferry Radax dagegenhalten: „Sonne halt!“

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