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Mutmaßlicher Drogenboss in Linz vor Gericht

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Ein mutmaßlicher Drogenboss, dessen Bande in zehn Jahren mehr als 200 Kilo Kokain mit einem Straßenverkaufswert von gut 16 Millionen Euro u.a. nach Österreich geschmuggelt haben soll, ist am Mittwoch in Linz vor Gericht gestanden. Er stellt die meisten Vorwürfe in Abrede. Das Urteil in dem Prozess wegen Suchtgifthandels und einer versuchten Erpressung ist für Freitagabend geplant. Sieben Bandenmitglieder standen schon vor Gericht und wurden teils zu Haftstrafen verurteilt.

Der Hauptangeklagte, der schon in Österreich wegen Drogenhandels vor Gericht gestanden ist, war im April 2021 am Flughafen in Mailand festgenommen worden. Der Österreicher mit dominikanischen Wurzeln soll mit Familienangehörigen Kokainlieferungen in der Dominikanischen Republik organisiert haben. Dort wurde das Suchtgift gepresst und in Koffergestängen sowie in Schlüsselanhängern in Form von kleinen Trommeln versteckt. Lieferungen gingen auch nach Spanien, Italien und in die USA.

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Der Verteidiger streute der Staatsanwaltschaft Linz Rosen, deren Anklagen immer „perfekt“ seien. In diesem Fall treffe das nicht zu: „Sie ist die schlechteste, die ich jemals gelesen habe“. Sie beruhe nur auf aus dem Zusammenhang gerissenen Indizien, sagte er dem Schöffengericht. Der Angeklagte selbst ist nur in geringem Ausmaß geständig. Mit dem Drogenschmuggel habe er nichts zu tun. Einmal habe er in Österreich ein Paket weitergeleitet, das der ursprüngliche Empfänger nicht annehmen habe wollen. Selbst habe er nur einmal 200 Gramm Kokain verkauft.

Seine mutmaßlichen Komplizen - Mitorganisatoren sowie Drogenkuriere, die ihn massiv belasten, - will er entweder gar nicht kennen oder sie hätten etwas gegen ihn beziehungsweise könne er sich deren Vorwürfe nicht erklären. Dass er wie von ihnen behauptet, in der Dominikanischen Republik einen luxuriösen Lebensstil mit mehreren Häusern und einem Sportwagen geführt habe, stellt er in Abrede.

Auf seinem Handy wurden Fotos mit Bündeln von Geldscheinen sowie Pistolen gefunden. Alles stamme von der Firma, für die er in der Dominikanischen Republik gearbeitet habe. Diese habe einen Handel mit medizinischen Produkten betrieben. Einige der Geldbündel hätten seinem Stiefvater gehört, der damit ein Grundstück kaufen wollte. Oder er habe die Aufnahmen nicht selbst gemacht, sondern aus dem Internet heruntergeladen. Zu einem Teil der Fotos sagte er, er kenne sie gar nicht. Bei in sichergestellten Chats mit Audiofiles besprochenen mutmaßlichen Suchtgiftgeschäften habe es sich lediglich um Lieferungen von Deodorants gehandelt. Bei dem Wort „Schnee“ sei es nur um das Wetter gegangen.

Die Verhandlung ist für drei Tage anberaumt, weil zahlreiche Zeugen befragt werden sollen. Sie werden zum Teil aus Justizanstalten, wo sie Strafen absitzen, vorgeführt oder per Videoleitung von dort zugeschaltet.


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