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Stichwahl um Präsidentenamt in Chile hat begonnen

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In Chile hat am Sonntag die Stichwahl um das Präsidentenamt begonnen. Um den Einzug in den Präsidentenpalast ringen der deutschstämmige Rechtspolitiker José Antonio Kast und der frühere Studentenführer Gabriel Boric. In den jüngsten Umfragen lag Boric leicht vor Kast. Bei der Wahl entscheidet sich, ob Chile endgültig mit dem Erbe der Pinochet-Diktatur bricht und sich vom neoliberalen Wirtschaftsmodell löst, oder ob der gesellschaftliche Öffnungsprozess gestoppt wird.

Der gerade einmal 35 Jahre alte Boric will ein öffentliches Bildungswesen, bessere Gesundheitsversorgung und setzt sich für die Rechte von Migranten, Indigenen und Homosexuellen ein. Der neunfache Vater und strenggläubige Katholik Kast hingegen verspricht Steuersenkungen, einen Grenzgraben gegen illegale Einwanderung und eine harte Hand gegen Kriminelle.

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Lange galt Chile als leuchtendes Beispiel in der von Armut, Gewalt und politischer Unruhe geprägten Region. Das Land hat das höchste Pro-Kopf-Einkommen in Südamerika, die Armut konnte in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesenkt werden. Aber das Musterland leidet auch unter großer sozialer Ungleichheit. Weite Teile des Gesundheits- und Bildungswesens sind privatisiert, immer mehr Menschen fühlen sich abgehängt.

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