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Kein Käufer für Pasolini-Wohnung in Rom gefunden

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Bei einer Versteigerung der ersten Wohnung des Schriftstellers und Regisseurs Pier Paolo Pasolini hat sich kein Käufer gefunden. Die 40 Quadratmeter große Wohnung befindet sich in Rom in einem Gebäude im Außenbezirk Ponte Mammolo und war die erste, in die der damals junge Schriftsteller mit seiner Mutter zog. Der Zustand des Gebäude ist schlecht, jetzt prüft die Gemeinde Rom, die Wohnung zu kaufen, um sie zum 100. Geburtstags des Schriftstellers in ein Museum umzuwandeln.

Mit dem Projekt befasst sich der neue römische Bürgermeister Roberto Gualtieri, berichtete die Tageszeitung „La Repubblica“ (Dienstagsausgabe). In den Außenbezirken Roms kam der Schriftsteller erstmals mit der Bevölkerung der Arbeiterviertel in Kontakt, die Gegenstand vieler seiner Werke sein sollten. In der Wohnung in Ponte Mammolo schrieb er das erste Kapitel von „Ragazzi di Vita“ - eines seiner Meisterwerke.

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Zahlreiche Vereine in Rom starteten eine Petition, um den Verkauf zu verhindern und stattdessen das ehemalige Haus Pasolinis in ein Museum umzuwandeln. In der Petition heißt es, dass der 100. Geburtstag des Dichters, der 2022 begangen wird, eine „ausgezeichnete Gelegenheit“ sein könnte, um ein solches „kulturelles und soziales Projekt“ zu starten.

Pasolini, Sohn eines Offiziers und einer Bauerntochter, wurde am 5. März 1922 geboren. Er zog im Alter von 28 Jahren als Lehrer nach Rom. In seiner Heimatregion Friaul verfasste er noch Bauerngedichte, in Rom lebte er dann in Elendsvierteln. „Ragazzi di vita“ heißt eines seiner Prosawerke über die Welt des Lumpenproletariats. „Accattone“ (1961) über die aggressiven Jugendlichen in den Barackenvierteln von Rom war sein erster großer Filmerfolg. 1962 folgte „Mamma Roma“ mit Anna Magnani.

Am 2. November 1975 wurde die Leiche des damals 53-jährigen Pasolini auf einem Fußballplatz in Ostia bei Rom gefunden - erschlagen und verstümmelt, angeblich von einem Strichjungen. Die Hintergründe des Mordes sind bis heute noch teilweise ungeklärt.


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