Deutsche Autorin Birgit Vanderbeke gestorben

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Die deutsche Autorin Birgit Vanderbeke ist tot. Sie starb überraschend am 24. Dezember im Alter von 65 Jahren, teilte der Piper Verlag, wo zuletzt ihre Romane erschienen sind, am Dienstag mit. Ihr umfangreiches Werk wurde mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet - darunter der Ingeborg-Bachmann-Preis für ihre Debüterzählung „Das Muschelessen“.

Vanderbeke wurde 1956 in Dahme (Brandenburg) geboren. Sie kam kurz vor dem Mauerbau 1961 mit ihren Eltern in den Westen und wuchs in Frankfurt auf. Sie studierte Romanistik und Jura. Nach kurzem Aufenthalt in Berlin zog Vanderbeke 1993 mit Lebenspartner und Sohn nach Südfrankreich, wo sie bis zu ihrem Ableben blieb.

Die Autorin debütierte 1990 mit der Erzählung „Muschelessen“, für die sie mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde und das nach wie vor ihr bekanntestes Werk darstellt. Darin warten Mutter, Tochter und Sohn bei einem Abendessen auf den Vater, der sich verspätet. Die Tochter betrachtet daraufhin das Familienleben unter ihren bürgerlich-kleinkartieren Verhältnissen. Das kleinbürgerliche, alltägliche Leben wurde von ihr des öfteren thematisiert.

1997 wurde sie mit dem Kranichsteiner Literaturpreis für ihr Gesamtwerk, 1999 mit dem Solothurner Literaturpreis ausgezeichnet. 2007 erhielt sie die Brüder-Grimm-Professur an der Kasseler Universität. Ihre Erzählung „Friedliche Zeiten“ wurde 2008 verfilmt. Im Vorjahr erschien ihr jüngstes Werk „Alle, die vor uns da waren“.

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„Mit Birgit Vanderbeke verliert die deutschsprachige Literatur eine kraftvolle, eigensinnige und unverwechselbare Stimme. Unsere Anteilnahme gilt ihrem Mann und ihrer Familie“, wurde Piper-Verlegerin Felicitas von Lovenberg zitiert.


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