Zagreb läutet Slalom-Triple innerhalb acht Tagen ein

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Trotz schwieriger Wetterbedingungen wegen warmer Temperaturen ist der Sljeme in Zagreb für die Weltcup-Slaloms der Frauen und Männer diese Woche bereit. Den Auftakt machen Katharina Liensberger und Co. am Dienstag (12.30/16.05 Uhr, live ORF 1), bei der seit 2005 ausgetragenen Snow Queen Trophy gewann Mikaela Shiffrin wie Marlies Raich als Rekordsiegerin viermal. Die US-Amerikanerin ist nach der Corona-Infektion wieder mit dabei, verpasste daher nur die beiden Lienz-Rennen.

Bei den vergangenen beiden Auflagen setzte sich in Zagreb aber die derzeit deutlich im Disziplinweltcup führende Slowakin Petra Vlhova durch, Liensberger als Dritte 2020 und Zweite 2021 hat bewiesen, dass sie mit dem Hang gut zurecht kommt. Die Weltmeisterin und Kugelverteidigerin präsentierte sich vor dem Jahreswechsel in Lienz als Zweite stark, obwohl sie davor wegen der mit Symptomen verlaufenen Covid-19-Infektion zehn Tage lang in Quarantäne und nicht auf Ski gestanden war. Das gute Gefühl auf den kurzen Latten wollte sie auch ins Jahr 2022 mitnehmen.

„Ich habe mich gut erholen und danach auf der Reiteralm gut trainieren können. Ich fühle mich sehr gut, fit und voll startklar“, sagte Liensberger am Montagabend bei frühlingshaften Temperaturen in Zagreb. „Der Bärenberg verlangt einem alles ab, die Piste wird durch die warmen Temperaturen spurig werden, da heißt es, von Start bis ins Ziel alles zu geben.“ Die Krone der Königin würde sie sich gerne aufsetzen. „Das ist etwas Besonderes hier, der Flair des Nachtrennens. Wenn man am Start hinunterschaut und die mystische Stimmung mit dem Abendrot hat. Und die Krone obendrauf wäre ein Highlight.“ Das Gefühl kennt sie allerdings bereits. „Ich habe einmal in einem Theater eine Königin gespielt.“

Das mannschaftliche Abschneiden der Österreicherinnen in Lienz war mit Katharina Truppe auf Platz vier und Katharina Gallhuber auf sechs das mit Abstand stärkste im ganzen Winter in dieser Disziplin. Technik-Chef Hannes Zöchling nahm dies als Momentaufnahme erfreut zur Kenntnis, wollte es aber auch nicht überbewerten. „Wir wollen den Schwung mitnehmen, aber auch ruhig bleiben. Das nächste Rennen fängt wieder bei null an, wir werden uns wieder gut darauf einstellen, darauf vorbereiten und die Mädels werden wieder Attacke geben.“

Vor den Olympischen Spielen in Peking sind mit Zagreb, wo wegen der Pandemie keine Zuschauer zugelassen sind, Kranjska Gora und Flachau bis 11. Jänner noch drei Weltcup-Slaloms angesetzt. Das rot-weiß-rote Quartett für China könnte sich laut derzeitigem Stand aus den vier Katharinas mit Nachnamen Liensberger, Truppe, Gallhuber und Huber zusammensetzen. Darüber hinaus machten in diesem Winter nur Marie-Therese Sporer und Chiara Mair Punkte.

„Es gibt noch ein paar Rennen bis Olympia. Es sollte auch keine Rolle im Hinterkopf spielen, sie können sich nur über Leistung qualifizieren. Es ist besser, es nicht im Kopf zu haben, denn die Erwartungshaltung ist aus meiner Sicht ein Leistungskiller. Das Wichtigste ist, gutes Skifahren zu zeigen und es auf den Punkt zu bringen“, sagte Zöchling.

Auf den Punkt gebracht hat es in Lienz Truppe, der Formaufbau in Richtung China stimmt. Sie wollte es über Silvester ruhig angehen lassen und hatte nur einen großen Wunsch. „Die heiße Phase kommt erst jetzt, Gesundheit ist das Wichtigste. Und dann mit dem Selbstbewusstsein einfach Gas geben“, meinte die Kärntnerin, die vor zwei Jahren Siebente in Zagreb war und 2021 ausschied. „Ich bin gespannt, wie die Piste ist, ich hoffe, dass sie das gut hinbringen. Ich denke, sie werden salzen, aber darauf sind wir gut vorbereitet. Anfang Jänner plus 12 Grad ist ein bissl grausig, da sind wir weit weg vom Winter.“

Gallhuber wusste, dass es noch viel zu tun gibt, „damit noch viel weitergeht“. Den Hang vor den Toren von Zagreb mag sie sehr, 2018 war sie am Bärenberg Sechste, im Vorjahr Elfte. „Ich bin voller Energie ins neue Jahr gestartet. Lienz hat sehr gut getan, den Schwung möchte ich mitnehmen und mich gut weiterentwickeln, von Lauf zu Lauf, von Rennen zu Rennen. Dass ich schnell bin, habe ich mir selbst bewiesen, das möchte ich auch wieder zeigen. Mit Herzblut Skifahren.“

Gute Erinnerungen als Neunte vor einem Jahr hat auch Mair, die in Lienz (23.) zumindest im ersten Durchgang einen Aufwärtstrend feststellte. „Ich habe extrem viel getestet und viel verändert in den letzten paar Wochen, das war echt anstrengend. Aber wir sind anscheinend auf dem richtigen Weg.“

Für Huber geht es nach den Rängen zwölf, zehn und fünfzehn in diesem Winter darum, sich öfters in die Top Ten zu schieben. Mehr Attacke hat sie sich für das neue Jahr vorgenommen, ein bisschen mehr Selbstvertrauen brauche sie dafür noch. „Grundsätzlich fühle ich mich recht gut, ich bin mir sicher, dass die Zündung bald stattfindet. Ich habe in Lienz einfach gesehen, dass ich angasen muss, dass ich dabei bin. Mit der Handbremse funktioniert es nicht.“ Nicht mit dabei sind Franziska Gritsch und Magdalena Egger nach positiven Covid-19-Tests.


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