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Keine konkreten Gecko-Empfehlungen vor Gipfel

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Am morgigen Feiertag um 11 Uhr berät die Bundesregierung mit den Ländern und Experten zur aktuellen Corona-Situation. Die „gesamtstaatliche Covid-Krisenkoordination“ (Gecko) hat laut Informationen der APA in ihrer Sitzung am Dienstagnachmittag keine speziellen Empfehlungen für konkrete Maßnahmen abgegeben. Es wurden von dem Expertengremium demnach Zahlen, Daten und Fakten aufbereitet und Einschätzungen als inhaltliche Grundlage für Entscheidungen der Politik vorgenommen.

Die Bundesregierung will am Donnerstag ab 11 Uhr mit den Landeshauptleuten und der Gecko-Spitze - der Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit, Katharina Reich und Generalmajor Rudolf Striedinger - angesichts der rasant wachsenden Omikron-Welle über weitere Maßnahmen entscheiden. Die Regierungsspitze, Reich und Striedinger werden im Kanzleramt vor Ort sein, die Landeshauptleute und weitere Experten per Video zugeschaltet. Die Sitzung ist bis 13 Uhr geplant, danach wird es eine Pressekonferenz geben.

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Bei der Gecko-Sitzung am Vortag wurden, wie die APA erfahren hat, die von der Bundesregierung gestellten Fragen und die Inhalte der Themengruppen abgearbeitet. Berichte gab es etwa zur Omikron-Variante, zu den Testungen oder zu den Quarantäneregeln im Zusammenhang mit der kritischen Infrastruktur.

Kein Thema dürfte beim morgigen Gipfel nach Informationen der APA ein neuerlicher harter Lockdown sein. Vielmehr soll es etwa um eine Änderung der Quarantäneregeln für Kontaktpersonen gehen. Zuletzt mehrten sich ja angesichts der rasanten Verbreitung der Omikron-Variante aus den Ländern und der Wirtschaftskammer die Rufe nach einer Lockerung der Quarantäneregeln, auch der Epidemiologe Gerald Gartlehner sprach sich dafür aus. Argumentiert wird damit, dass andernfalls die Gefahr droht, dass das ganze Land stillsteht.

Die neun Landesärztekammer-Präsidenten forderten am Mittwoch in einer Aussendung ebenfalls eine schnelle Anpassung der Quarantäneregeln. Dreifach geimpfte Menschen müssten als K2-Kontaktpersonen gelten, zudem sollte eine verhängte Quarantäne bei Symptomlosigkeit nach fünf Tagen enden, hieß es. Viele Daten, die bei der Omikron-Variante einen guten Impfschutz für dreifach Geimpfte sowie ein allgemein leicht geringeres Risiko eines schweren Verlaufes zeigen, würden diese Anpassungen vertretbar machen.

Es sei klar, dass eine Lockerung der Quarantäneregeln eine gewisse Gratwanderung bedeute, meinten die Ärztevertreter. Aber es gebe keine andere realistische Route: „Sonst stehen wir bald vor einem weiteren Lockdown - diesmal aber nicht, weil er medizinisch und epidemiologisch alternativlos ist, sondern weil zu viele Menschen gleichzeitig in Quarantäne bleiben müssen und damit das öffentliche Leben zusammenbricht.“ Abstand halten, Händehygiene und vor allem das Tragen von FFP2-Masken in Innenräumen seien bei der infektiöseren Omikron-Variante „von höchster Wichtigkeit“, erinnerten die Ärztevertreter außerdem.

Der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) meinte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz, angesichts der Omikron-Welle gelte es nun, Krankenhäuser und kritische Infrastruktur vor einer Überlastung zu schützen. Aspekte wie Quarantäne, eine Quarantäneverkürzung und Freitestmöglichkeiten würden geprüft und mit Experten diskutiert werden. Menschenleben zu schützen sei als wichtigstes Grundprinzip zu betrachten. Der Option einer raschen Durchseuchung der Bevölkerung erteilte Kaiser denn auch eine Absage: Er könne sich nicht vorstellen, „dass es irgendjemanden gibt, der sagt, man kann das ohne Maske, mit den oftmals verpönten Coronapartys oder sonst irgendwie machen, nur dass wir schnell durchseucht sind. Das würde all das konterkarieren, was über 22 Monate bisher passiert ist.“

Epidemiologe Gartlehner von der Donau-Uni Krems verwies am Dienstagabend in der „ZiB2“ zur Frage, ob man die Omikron-Welle nicht einfach schnell durchlaufen lassen könnte, auf den in Österreich „doch sehr hohen Anteil“ an Personen, die bisher überhaupt keinen Immunschutz haben. „Der Vorteil wäre, dass die Welle kürzer dauert, wir es schneller hinter uns haben und einen hohen Anteil an Immunisierten danach haben.“ Aber es würde auch „sehr große Risiken“ bedeuten, „wahrscheinlich viele schwere Verläufe, überlastete Intensivstationen, überlastete Spitäler und viele Tote“.


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