Bund und Länder beraten über rasantes Infektionsgeschehen

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Die Bundesregierung, Vertreter der Länder und Experten der „gesamtstaatlichen Covid-Krisenkoordination“ (Gecko) haben am Donnerstagvormittag ihre Beratungen über die Corona-Situation aufgenommen. Im Fokus steht das durch die Virusvariante Omikron stark steigende Infektionsgeschehen. Am Dreikönigstag wurden 8.853 neue Fälle gemeldet, tags zuvor waren es knapp 10.000, womit sich die Intensität der fünften Corona-Welle in Österreich klar beschleunigt hat.

Der Gipfel, bei dem die Regierungsspitze und die Gecko-Führung im Kanzleramt vor Ort teilnehmen und die Landeshauptleute und weitere Experten per Video zugeschaltet sind, hat um 11.00 Uhr begonnen. Über die Ergebnisse der Beratungen soll am Nachmittag in einer Pressekonferenz informiert werden, der Beginn ist für rund 14 Uhr angesetzt.

Neben Maßnahmen zur Verlangsamung des Infektionsgeschehens soll der Fokus auf den Schutz kritischer Infrastruktur gelegt werden. Dafür werden unter anderem auch Vorschläge zur Adaptierung der Quarantäneregeln diskutiert und Änderungen beim Kontaktpersonen-Management angedacht. Zuletzt wurde u.a. von den Ländern und der Wirtschaftskammer eine Lockerung der Quarantäne-Bestimmungen für Infizierte wie auch für Kontaktpersonen gefordert. Grund für diese Überlegungen ist die Befürchtung, dass bei der aktuell geltenden Quarantäne-Dauer zu viele Personen in den kritischen Bereichen ausfallen könnten. Laut APA-Informationen wird auch über weitergehende FFP2-Regeln und Home Office diskutiert. Auch soll es darum gehen, wie der Kontrolldruck verstärkt werden könne.

Maßnahmen wie ein neuerlicher harter Lockdown werden eher nicht erwartet. Zuletzt sprach sich Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Donnerstag vor dem Auftakt der Beratungen klar gegen einen solchen aus. Spekulationen oder Forderungen in diese Richtung seien „kontraproduktiv“, sagte er in der „Tiroler Tageszeitung“ (Donnerstags-Ausgabe) mit Blick auf den Kitzbüheler Tourismusvereinsobmann Christian Harisch, der am Mittwoch einen Lockdown ins Spiel gebracht hatte. „Die neue Mutation ist eindeutig ansteckender“, räumte Platter zwar ein. Experten würden aber sagen, „dass die Verläufe - Gott sei Dank - milder sein werden“. Es gelte, die bestehenden Regeln einzuhalten und besser zu kontrollieren, meinte er.

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Für die rasche Umsetzung von wirksamen Maßnahmen sprach sich zum Auftakt der Sitzung Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) aus. „Soeben hat die Beratungsrunde mit der Bundesregierung und dem Expertengremium Gecko begonnen. Für mich ist klar: es braucht bundesweit rasch effektive Maßnahmen, um die Spitäler vor Überlastung zu schützen“, schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter. „Die Gesundheit der Menschen hat für mich oberste Priorität. Wien ist bei den Schutzmaßnahmen für die Bürgerinnen und Bürger immer schon sehr konsequent vorgegangen und wird auch in Zukunft den Wiener Weg der Sicherheit und Konsequenz in seiner bewährten Weise fortsetzen.“


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