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„Kidnapping-Krise“ in Südafrika mit Anstieg von 60 Prozent

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Eine regelrechte „Kidnapping-Krise“ herrscht in Südafrika. Die auflagenstarke Zeitung „City Press“ berichtete über diese vergangenen Monat und schrieb mit Blick auf das Jahr 2021: „Eine Kriminalitätsstudie enthüllt, dass die Fälle von Kidnapping in Südafrika dieses Jahr um 60 Prozent gestiegen sind.“ Das Blatt zitiert Vorwürfe, wonach Polizei-Mitarbeiter sowie private Wachdienste verwickelt sein sollen in diese Kriminalität, die vor allem auf Kinder und Jugendliche zielt.

Der Großraum um die Millionenmetropole Johannesburg und die Hauptstadt Pretoria (Gauteng-Provinz) gilt mit mehr als 2.500 Fällen als Schwerpunktregion. Doch auch andere Regionen wie die Mpumalanga-Provinz sind betroffen, in denen ein Überfall beim Krüger-Nationalpark stattfand. Die Polizei reagierte an einigen besonders riskanten Plätzen bereits mit dem Aufstellen von Warnhinweisen auf sogenannte „Hijacking hotspots“, in denen von einem Stopp am Wegesrand dringend abgeraten wird.

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Gerade in Corona-Zeiten mit ihren vielen Job-Verlusten mehren sich dennoch Berichte über oft blutige Kidnapping-Überfälle. „Wir haben Syndikate und auch einige kleinere Gruppen, die jetzt sowohl die Reicheren wie auch die Durchschnittsbürger ins Visier nehmen“, bestätigte Polizeisprecher Vish Naidoo vor Journalisten.

Die Sicherheitsfirma Tracker - die sich über die Installation von satellitengestützten Überwachungsgeräten in den Fahrzeugen finanziert - veröffentlicht sogar Listen gefährdeter Straßen, in denen Autofahrer demnach regelmäßig mit Überfällen rechnen müssen. Auch die Polizeistatistik spricht eine deutliche Sprache. Demnach stieg die Zahl derartiger Überfälle landesweit trotz Corona-Restriktionen im öffentlichen Bereich auf knapp 5.000 an - nur im Zeitraum zwischen Juli und September vergangenen Jahres.

Die Behörden reagieren mit Aufrufen zu erhöhter Vorsicht - wie auch die für den Krüger-Nationalpark zuständige Verwaltung. Die Verwaltung rief zudem die Sicherheitsbehörden zu verstärkten Kontrollen in der Region auf und verwies auf die Bedeutung des Tourismus für den Arbeitsmarkt.

Denn nach rund zweijährigen Corona-Restriktionen liegt der einst blühende Tourismussektor am Boden. Hoffnungsträger sind die nun wieder anziehenden Urlauberzahlen, nachdem der Kap-Staat den Höhepunkt seiner von Omikron getriebenen vierten Infektionswelle gerade hinter sich gelassen und die meisten Beschränkungen wieder aufgehoben hat. Zu diesen Hoffnungsträgern zählt auch eine deutsche TV-Realityshow: Das RTL-Dschungelcamp, das Mitte Jänner seine Zelte in der Nähe des knapp 20.000 Quadratkilometer großen Krüger-Nationalparks aufschlagen will.


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