Nach Pause-Tag wartet nächstes Bischofshofen-Doppel

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Nach eineinhalb Wochen intensiver Wettkampf- und Trainingsbelastung im Rahmen der 70. Vierschanzentournee ist für Österreichs Skispringer am Freitag Zeit zum Durchschnaufen gewesen. Einige wie der Vortages-Sieger Daniel Huber oder sein engerer Salzburger Landsmann Stefan Kraft verbrachten den freien Tag daheim, andere wie der Kärntner Daniel Tschofenig legten im Hotel eine Wellness-Session ein. Und es war Zeit, Bilanz zu ziehen sowie auf die nächsten Wochen zu blicken.

„Das Potenzial der Mannschaft ist sehr gut“, sah sich ÖSV-Chefcoach Andreas Widhölzl durch die Bischofshofener Bewerbe mit zunächst Jan Hörl und Manuel Fettner ex aequo auf Rang fünf bzw. fünf in den Top 13 sowie den Höhepunkt mit Hubers Sieg und Hörl als Siebentem in seinem Glauben bestätigt. „Das gibt auf jeden Fall Auftrieb. Wir haben zur Spitze wieder verkürzt und gesehen, Kobayashi ist nicht unschlagbar. Aber deswegen verlieren wir nicht den Fokus, wir haben noch einiges zu arbeiten.“

Keinen Grund zum Ausruhen sah auch Mario Stecher, Sportlicher Leiter im ÖSV für Skispringen und Kombination. Er war die gesamte Tournee über dabei, sieht die Equipe in der Breite gut aufgestellt. „Jetzt müssen wir versuchen, bis Olympia noch einen Schritt vorwärts zu machen.“ Zum Tournee-Auftakt in Oberstdorf sei man in ein altes Muster gefallen, ausgemerzt geglaubte Dinge seien wieder hervorgetreten. „Umso positiver stimmt, dass Trainer und Mannschaft dann richtig Gas gegeben haben.“

Motiviert für das Doppel am Wochenende aus Einzel- und Team-Weltcup in Bischofshofen (jeweils 16.00 Uhr, live ORF 1) zeigte sich naturgemäß Huber, unmittelbar hinter Jan Hörl Neunter der Tournee-Gesamtwertung. „An der Energie fehlt es mir jetzt nicht mehr, das pusht mich extrem“, wusste der 29-Jährige. „Den ruhigen Tag genießen und dann fokussiert in den Samstag reinstarten. Es würde mich freuen, wenn es so weiterläuft, aber unsere Sportart ist eine verflixte. Es ist nichts garantiert.“

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Auch in der Stunde des Triumphs waren beim Weltcup-Premierensieger die harten Jahre bis dahin präsent. „Ich hatte das Ganze schon oft infrage gestellt. Das sind so gewisse Wettkämpfe, wenn du es wieder nicht zusammenbekommst, wenn du mal den zweiten Durchgang nicht siehst. Solche Erlebnisse reißen dich gleich wieder in ein emotionales Loch“, sagte Huber. „Über die letzten fünf, sechs Jahre zwei Schritte vor und einer zurück. Jetzt ist der letzte Schritt passiert, den es gebraucht hat für den Sieg.“

Während u.a. Huber, Hörl und vor einer geplanten Weltcup-Pause auch Kraft für Samstag eingeplant waren sowie Clemens Aigner aus dem Continental Cup für Ulrich Wohlgenannt in das Team kam, entschied man sich vorerst nicht für Michael Hayböck. Der 30-Jährige war nach seinen ersten Weltcups in Folge eines Anfang Oktober vorgenommenen Bandscheibeneingriffs mit den Rängen neun und 22 auf der Habenseite positiv eingestellt: „Es passt körperlich, es ist auf einem guten Weg.“

Einen Aufwärtstrend verbuchte Philipp Aschenwald. Auf die Plätze 22 und 27 folgten auf der Paul-Außerleitner-Schanze die Ränge 17 und elf. Tournee-Gesamtrang zwölf konnte sich nach Verpassen einiger Wochen der Saisonvorbereitung sehen lassen. „Schritt für Schritt geht es aufwärts, es geht in eine gute Richtung“, betonte der 26-Jährige. Widhölzl hat den Zillertaler wieder verstärkt auf der Rechnung: „Philipp hat lange gebraucht, aber jetzt kommt das System wieder ins Fliegen.“

Nur noch eineinhalb Wochen sind es bis zum ersten wichtigen Datum für die Olympia-Nominierung. Die Saisonsieger Hörl, Kraft und Huber werden in Zhangjiakou dabei sein, bleiben noch zwei Plätze im Team. Dafür scheinen außer Aschenwald und Aigner (in Bischofshofen 11. und 18.) auch der am Donnerstag gestürzte Fettner (20.), Tschofenig (bei der Tournee 21., 18., 40. und 19.) sowie Hayböck infrage zu kommen, sofern der Späteinsteiger noch genügend Qualifikationsmöglichkeiten erhält.

Die Deutschen knabberten indes am erneuten Verpassen des Tournee-Gesamtsieges. „Eigentlich wollten wir das Ding diesmal gewinnen“, meinte der als Weltcup-Leader in den Klassiker gegangene Karl Geiger. Sein schon nach Garmisch aufgetretener Rückstand auf Tournee-Triumphator Ryoyu Kobayashi sei „eine bittere Pille“ gewesen. Letztlich reichte es für die Deutschen anders als in den jüngsten Auflagen nicht einmal zu den Top drei gesamt - Geiger wurde Vierter, Markus Eisenbichler Fünfter.


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