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Enttäuschendes EM-Ende: Österreich unterliegt auch Belarus

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Österreichs Handballmänner haben es am Dienstag verpasst, sich versöhnlich von der Europameisterschaft in Ungarn und der Slowakei zu verabschieden. Zum Abschluss von Gruppe D unterlagen Nikola Bilyk und Co. in Bratislava Belarus in einem in Sachen Aufstieg bedeutungslosen Duell trotz langer Führung mit 26:29 (16:16) und beendeten die Endrunde wie vor vier Jahren in Kroatien ohne Punkt bzw. auf Platz 20. Dabei hatte der EM-Achte von 2020 eigentlich auf den Aufstieg gehofft.

Damit verpasste man auch den erhofften 15. Rang klar, der den Österreichern eine Setzung im dieses Frühjahr stattfindenden WM-Qualifikations-Play-off gesichert hätte. So aber muss die Truppe von Ales Pajovic noch in ein Vor-Play-off.

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Der Start verlief aus rot-weiß-roter Sicht gut, auch ohne den am Montag wegen Corona abgereisten Defensivspezialisten Lukas Herburger und den im ersten Spiel verletzten Rückraummann Lukas Hutecek. Bis zu vier Tore Vorsprung arbeitete man heraus (10:6/15. und 12:8/18.), brachte sich mit einigen Fehlern in der Offensive und einer neuerlich nicht überzeugenden Defensive aber bis zur Pause um die Früchte seiner Arbeit. Wie erwartet war es Weltklasse-Kreisläufer Arsjom Karaljok, der die österreichische Abwehr vor einige Probleme stellte.

Hatte Pajovic in den Minuten vor der Pause mehreren bisher nicht oder kaum eingesetzten Akteuren Spielzeit gegeben, stand bei Wiederbeginn die Einsergarnitur am Feld. Sie konnte zwar auf 19:17 stellen (35.), sich aber nicht entscheidend absetzen. Das ermöglichte dem Gegner, der auf Shooter Uladsislau Kulesch verzichten musste und auch viele junge Spieler aufbot, wieder heranzukommen. In der 45. Minute ging Belarus sogar erstmals in Führung (21:20) und ließ sich diese nicht mehr nehmen. Ein echtes rot-weiß-rotes Aufbäumen blieb aus, spätestens mit dem 27:24 (55.) war die Partie gelaufen.

„Wir sind enttäuscht. Wir waren gut drauf, voll motiviert und haben in der ersten Hälfte auch gut gespielt. In der zweiten Hälfte haben wir es nie mehr geschafft, dieses Niveau zu erreichen“, resümierte Pajovic im ORF. „Wir haben leider eine schwere Gruppe gehabt. Das sind starke Mannschaften, auch physisch sehr stark. Da haben wir große Probleme. Das haben wir bei diesem Turnier gesehen. Da müssen wir viel, viel verbessern“, hoffte der Slowene, dem aber eines klar war: „Jetzt wird die Quali (für die WM, Anm.) schwer.“

„Vor allem für den Kopf war das ein sehr schweres Spiel. Es war uns klar, dass das eine Willensfrage ist, und Belarus hatte am Ende den größeren Willen“, lautete das trockene Fazit von Flügelroutinier Robert Weber, der mit seinem 200. Länderspiel eine runde Topmarke knackte. Nur noch die bereits zurückgetretenen Viktor Szilagyi, Andreas Dittert (je 203) sowie der aktuelle Sportdirektor Patrick Fölser (218) liegen bei den Feldspielern vor dem 36-Jährigen. Klar angeführt wird das Ranking von Ex-Goalie Ewald Humenberger (246).

Weber meinte, man habe sich nach der Führung in der ersten Hälfte „ein bisschen zu sicher gefühlt. Und die Körpersprache von Belarus hat ein bisschen nach Aufgeben gewirkt.“ Janko Bozovic, mit sieben Toren bester ÖHB-Werfer an diesem Abend, sah die Ursache für die dritte Niederlage auch im Kräfteverschleiß: „Viele haben viel gespielt, wir haben nicht so viel gewechselt, das hat man am Schluss auch gemerkt.“

Zuvor hatte sich in Bratislava Deutschland gegen Polen mit 30:23 durchgesetzt und damit Platz eins in der Gruppe sowie zwei Punkte für die Hauptrunde geholt. Trotz des Ausfalls von neun positiv getesteten Spielern verschaffte sich die DHB-Auswahl eine perfekte Ausgangsposition für die zweite Turnierphase, in der Titelverteidiger Spanien, Norwegen, Schweden und Russland warten.


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