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Kunstbiennale von Venedig setzt auf Frauen und Traummilch

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„Die Milch der Träume“ lautet der auf Deutsch etwas ungustiöse Titel der 59. Kunstbiennale von Venedig, die am 23. April eröffnet wird. Kuratorin Cecilia Alemani bezieht sich dabei auf das gleichnamige Buch der 2011 verstorbenen Surrealistin Leonora Carrington. Und auch abseits des Mottos ist die heurige Kunstschau der Superlative von starken weiblichen Charakteren geprägt, wie nun bei der Präsentation in Venedig deutlich wurde, darunter auch einigen aus Österreich.

So bilden Frauen oder nonbinäre Menschen heuer die Mehrheit der repräsentierten Kunstschaffenden. 180 der 213 Künstlerinnen und Künstler aus 58 Ländern sind 2022 das erste Mal bei einer Venedig-Biennale präsent. Die covidbedingt mit einem Jahr Verzögerung angesetzte Schau in der Lagunenstadt wird dabei von 23. April bis 27. November dauern und damit um einen Monat länger als einst.

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„Es ist keine Ausstellung über die Pandemie, aber sie umfasst unweigerlich die Verwerfungen unserer Zeit“, umriss Kuratorin Cecilia Alemani bei der Präsentation der Teilnehmenden an der Hauptausstellung das Konzept, das sie gemeinsam mit dem neuen Präsidenten Roberto Cicutto verantwortet. Erfahrung mit Venedig hat Alemani dabei fraglos, hat sie doch einst selbst den italienischen Pavillon kuratiert - damals unter dem Motto „Die magische Welt“.

Und auch bei der Biennale 2022 sollen die großen Fragen der Erde im Mittelpunkt stehen. Es geht um den Zustand der Menschheit und ihr Verhältnis zum Planeten, Visionen einer posthumanen Welt. „Was ist unsere Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen, gegenüber anderen Lebensformen und gegenüber dem Planeten, auf dem wir leben?“, fasste Alemani ihre Grundfragen an die Schau zusammen, die regelmäßig von gut über einer halben Million Gäste besucht wird.

Antworten sollen nicht zuletzt „Zeitkapseln“ mit historischen Künstlerinnen geben, zu denen etwa Leonor Fini oder Dorothea Tanning gehören. Auch die heute wenig bekannte, 1884 geborene Wienerin Rosa Rosà vulgo Edith von Haynau, die später nach Italien ging, wo sie sich den Futuristen als Schriftstellerin und Künstlerin anschloss, gehört zu diesem Kreis.

Prominentere Namen aus Österreich, die heuer in Venedig präsent sein werden, sind da Pop-Art-Frontfrau Kiki Kogelnik (1937-1997) und die 2003 verstorbene Zeichnerin und Fotografin Birgit Jürgenssen. Und selbstredend gibt es auch heuer neben der Hauptschau die Länderpavillons, wobei der österreichische bekanntlich von Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl bespielt und von mumok-Chefin Karola Kraus kuratiert wird. Sie wollen unter dem griffigen Titel „Invitation of the Soft Machine and Her Angry Body Parts“ „Begehrensräume“ schaffen und Fragen der Identität und der sinnlichen Erfahrung thematisieren.

; www.biennalekneblscheirl.at/)


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