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Alpine Rennen starten mit Abfahrts-Show der Männer

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Nach dem Triumph 2014 in Sotschi durch Matthias Mayer sind Österreichs Abfahrer 2018 bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang empfindlich geschlagen worden, Vincent Kriechmayr war als Bester Siebenter. Am Sonntag in Yanqing (04.00 Uhr MEZ) werfen die ÖSV-Alpinen ihre volle Power in das Auftaktrennen. Auf der für allen neuen Strecke „Rock“ haben auch Außenseiter eine Chance, der Tenor der Elite ist aber immer der gleiche: Am Ende werden sich die Besten durchsetzen.

In bisher acht Weltcuprennen gab es sechs Stockerlplätze für Österreich, darunter je einen Sieg durch Mayer in Lake Louise und Kriechmayr in Wengen. Daniel Hemetsberger kam in Kitzbühel als Dritter auf das Podest, Otmar Striedinger in Gröden als Zweiter. Striedingers Startplatz ist aber noch nicht fix, er musste gegen seinen näheren Landsmann Max Franz in die Ausscheidung. Das heißt, dass das Olympia-Quartett in Rot-Weiß-Rot von zwei Oberösterreichern und zwei Kärntnern repräsentiert werden wird.

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Der Norweger Aleksander Aamodt Kilde hat mit Beaver Creek, Wengen I und Kitzbühel I drei Saisonrennen für sich entschieden und freilich beste Chancen, seinem vor vier Jahren in Südkorea erfolgreichen Landmann Aksel Lund Svindal als Abfahrts-Olympiasieger zu folgen. „Ich spüre einen gewissen Druck, aber es ist nicht anders als bei anderen Rennen. Es war eine großartige Saison bisher“, lässt es der Freund von Mikaela Shiffrin auf sich zukommen.

In Stein gemeißelt ist auf der „Rock“ ohnehin nichts, geht es doch im Weltcup knapp her. Kilde führt vor dem Schweizer Beat Feuz, Mayer, dem Schweizer Odermatt, dem Südtiroler Dominik Paris und Kriechmayr (nur 120 Punkte hinter Kilde), womit alle Top-Favoriten genannt sind. Den letzten Abfahrtstitel für die Eidgenossen eroberte Didier Defago 2010, für Italien den bisher einzigen Zeno Colo 1952.

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„Ich glaube, dass junge Athleten wie der Kanadier Crawford, oder der Hemi, der die letzten Rennen sehr gut gefahren ist, dem Favoritenkreis näher rücken. Der Kreis vergrößert sich ein bisschen“, hält Mayer Überraschungen nicht für ausgeschlossen. James Crawford war in Kitzbühel Sechster, Hemetsberger Dritter auf der Streif sowie Vierter in Bormio und Wengen.

Mayer könnte als Doppel-Olympiasieger nach einem neuerlichen Triumph gemessen an Goldenen zu Österreichs dreifachen Rekord-Titelträgern Felix Gottwald (Nordische Kombination), Thomas Morgenstern (Skispringen) und Toni Sailer (Ski alpin) aufschließen. Zwei Abfahrts-Goldene im Zeichen der Fünf Ringe hat bei den Männern überhaupt noch niemand daheim. Was dafür spricht, dass er das Ding rocken könnte? „Für mich spricht einiges, aber auch für andere Leute. Ich bin gut vorbereitet und fahre locker drauf“, sagte der 31-Jährige.

Zusätzlich zur Konkurrenz wartet auch der unberechenbare Wind als Gegner. „Den Wind werden wir auch nicht ganz wegbringen, der wird auch Sonntag ein bissl eine Rolle spielen, wahrscheinlich sogar eine wichtige. Das können wir nicht beeinflussen.“ Die Strecke jedenfalls gefällt. „Zum Schluss in den Canyon rein ist eine Dreifachkurve, eine typische Abfahrtskurve, wo man einiges an Zeit gewinnen oder verlieren kann.“

Doppelweltmeister Kriechmayr geht davon aus, dass es bei ein paar km/h mehr „eine richtige Challenge werden“ könne. Die für alle neue Abfahrt erhöhe die Möglichkeiten. „Ich würde sagen, dass der Favoritenkreis größer ist, aber es werden sich doch wieder die üblichen Namen durchsetzen, wenn es um Gold geht.“

Er hofft, dass auch die Veranstalter und Offiziellen im Sinne des Sports entscheiden werden, sollte der Wind die Fairness nicht gewährleisten. „Wenn es so windig ist, braucht man schon eine Fett‘n auch“, weiß Kriechmayr. Das Wind-Thema schwirrte allen um die Ohren, auch Debütant Hemetsberger. Zudem behagen ihm die Schneeverhältnisse nicht zu hundert Prozent. „Ich tu mir ein bisschen schwer damit, weil es so aggressiv ist. Ich mag es lieber auf der glatten Seite.“

Außenseiterchancen werden ihm durchaus eingeräumt, das belastet den Oberösterreicher aber nicht. „Wir haben mit Vinc und Mothe zwei exzellente Skifahrer, die regelmäßig Rennen gewinnen können und das auch machen. Ich werde schauen, dass ich meine Sachen beinander habe, eine gute Leistung abrufe und hoffentlich ein bissl Windglück habe.“

Das von Rennsportleiter Andreas Puelacher in Form eines Fixtickets entgegengebrachte Vertrauen sei eine Erleichterung gewesen. „Ich konnte schauen, dass ich mein Material in Griff kriege und Schritt für Schritt die gute Linie finde. Und ich glaube, ich fahre im Moment auch gut.“


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