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Mediokre „Manon Lescaut“-Wiederaufnahme an der Staatsoper

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Nach der coronabedingten Verschiebung von Dienstag, starb die „Manon Lescaut“ Freitagabend doch noch glücklich in der Wiener Staatsoper. Damit erstarb allerdings auch die Hoffnung, dass das Puccini-Frühwerk in der aus 2005 stammenden Inszenierung von Robert Carsen mit Shootingstar Asmik Grigorian ein Höhepunkt des laufenden Wiederaufnahme-Reigens am Haus werden würde. Das Ergebnis ist ein solider Abend. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Nun ist die „Manon Lescaut“ auch kein einfaches Werk mit seiner Geschichte vom jungen Mädchen, das anstelle des Klosterlebens das Liebesleben mit dem jungen Studenten René Des Grieux feiert, bevor sie sich aus monetären Überlegungen mit dem alten Geronte einlässt, den sie alsbald wieder für Grieux verlässt, um ob des Ehebruchs in der Verbannung zu landen und dort schließlich zu sterben. Die Manon ist das Paradebeispiel einer Frau, die alles will - Geld und Luxus, aber auch die wahre Liebe.

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Insofern erscheint es auf den ersten Blick stimmig, dass Meisterregisseur Robert Carsen das Sujet in eine in die Raumtiefe führende Passage und die Mode- und Highsocietywelt verlegt hat. Dabei belässt es die Inszenierung aber auch. Eine Entwicklung findet im Einheitsbühnenbild nur sehr begrenzt statt, der Spielort des Ensembles ist und bleibt die Rampe.

Das würde eine Personenführung umso bedeutender machen, für die Carsen eigentlich bekannt ist. Und doch flankieren bei der Wiederaufnahme plump gestellte Ensembles die meist mittig positionierten Akteure. Das allgemeine Theaterphänomen, dass es praktisch immer einen unangenehmen Moment darstellt, wenn eine Menschengruppe auf der Bühne „ausgelassen“ sein soll, ist hier in Reinkultur zu bewundern.

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Auf der Habenseite ist hingegen Asmik Grigorian zu finden, die wieder ihr Talent ausspielt, so natürlich zu agieren, dass man sich bei manchen Gesten fragt, ob sie aus dem Moment heraus geschehen oder wirklich einstudiert sind. Ihre Manon ist dabei nicht das stimmliche Prachtweib einer Anna Netrebko, sondern eher das fragile Mädchen, das während seines Sterbeakts nicht mehr aus voller Seele schmettern kann.

Weniger nuanciert agiert an ihrer Seite US-Tenor Brian Jagde als Des Grieux mit tragender Höhe, die er allerdings ansatzlos mit wenig Differenzierung einsetzt und dabei immer wieder die Kollegenschaft in ruhigeren Passagen übertrumpft. Den anderen Weg geht indes Hausdebütant Francesco Ivan Ciampa am Pult. Der Italiener nimmt das Staatsopernorchester immer wieder zurück, gibt dem Affen nicht allzu viel Zucker. Dabei müsste man bei einem passionsgeladenen Stück wie der „Manon Lescaut“ bisweilen auch einfach dem Pathos alle Schleusen öffnen.

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