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Queen begeht 70-jähriges Thronjubiläum

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Queen Elizabeth II. ist an diesem Sonntag seit genau 70 Jahren im Amt. Der britische Premierminister Boris Johnson sprach von einem „wahrlich historischen Moment“. Elizabeth wurde am 6. Februar 1952 Königin, als ihr Vater König George VI. starb. Sie ist die erste britische Monarchin, die 70 Jahre auf dem Thron sitzt. Bundespräsident Alexander Van der Bellen übermittelte der Queen zu ihrem Platin-Thronjubiläum Glückwünsche.

„Im Namen der Republik Österreich gratuliert Bundespräsident Alexander Van der Bellen Königin Elizabeth II. zum heutigen 70-jährigen Thronjubiläum“, hieß es auf Twitter. In einem dort veröffentlichten Schreiben des Bundespräsidenten an die Monarchin wird der „beispiellose und beispielgebende Dienst“ der Königin seit ihrer Thronbesteigung gewürdigt, der „eine Inspiration für die Menschen im Vereinigten Königreich und auf der ganzen Welt in glücklichen wie in schwierigen Zeiten“ gewesen sei. Van der Bellen erinnert auch an den bisher einzigen Staatsbesuch der Königin in Österreich im Jahr 1969.

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Auch Kirchenführer in Großbritannien übermittelten der Königin ihre Glückwünsche. Die Regentschaft der Monarchin sei „ein Symbol für Stabilität und Hoffnung im Vereinigten Königreich, dem Commonwealth und der Welt“, so der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, laut Kathpress in einer Erklärung.

Der katholische Erzbischof von Westminster, Kardinal Vincent Nichols, dankte der Queen für ihren langjährigen Dienst „voll von Glauben und Würde“. „Wir beten zu Gott für sie und ihre Familie. Möge Gott Euch segnen, Eure Hoheit“, so Nichols auf Twitter.

In einem am Samstag veröffentlichten Statement bekundete die Königin ihren Wunsch, dass Herzogin Camilla eines Tages an der Seite von Thronfolger Prinz Charles den Titel Queen tragen soll. Und sie erneuerte das Versprechen, ihrem Volk bis zum Ende des Lebens dienen zu wollen.

„Es ist mein aufrichtiger Wunsch, dass Camilla, wenn die Zeit dafür gekommen ist, als ‚Queen Consort‘ bekannt sein wird“, schrieb die Monarchin in dem vom Palast veröffentlichten Statement. Prinz Charles und seine Ehefrau Camilla zeigten sich tief berührt und geehrt von der Geste der Queen.

„Uns ist die Ehre, die der Wunsch meiner Mutter bedeutet, äußerst bewusst“, heißt es in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung von Charles (73). „Während wir uns gemeinsam bemüht haben, Ihrer Majestät und den Menschen in unseren Gemeinden zu dienen und sie zu unterstützen, war meine geliebte Frau durchweg meine eigene unerschütterliche Stütze.“

Dass die Ehefrauen von Königen als „Queen Consort“ gekrönt werden, ist eigentlich die Regel. Im Fall von Camilla, die vor Jahrzehnten für das Aus der Ehe von Prinz Charles und Prinzessin Diana verantwortlich gemacht wurde, war die Frage jedoch lange strittig. Laut Experten wäre Camilla - die aktuell den offiziellem Titel der Herzogin von Cornwall hat - ohnehin rechtlich Königin geworden. Es sei denn, es würde mit einer Gesetzesänderung verhindert. Mit ihrem öffentlichen Statement hat Queen Elizabeth II. diese Debatte nun jedoch endgültig beendet und die Akzeptanz Camillas im britischen Königshaus auf eine neue Stufe gestellt.

In den vergangenen Jahren ist Camilla beim britischen Volk immer beliebter geworden und hat sich als prominentes Mitglied der Royal Family etabliert. Die 74-Jährige gilt als nahbar bei öffentlichen Auftritten, bodenständig und humorvoll.

In ihrem Statement zu ihrem 70. Jahrestag auf dem Thron erneuerte die 95 Jahre alte Monarchin das Versprechen, „das ich 1947 gegeben habe, dass mein Leben immer dem Dienen gewidmet sein wird“. Seit Jahrzehnten gilt diese Erklärung als Zusicherung, dass sie nicht vor Ende ihres Lebens abdanken will.

Bei ihrer Thronbesteigung hatte die damalige Prinzessin erklärt, „dass mein ganzes Leben, mag es kurz oder lang sein, dem Dienen gewidmet sein soll“. Kein Monarch vor ihr war länger auf dem britischen Thron. Groß gefeiert werden soll das Jubiläum erst Anfang Juni. Über mehrere Tage sind Konzerte, Shows, Paraden und Straßenfeste im ganzen Land geplant.

Auch Charles würdigte die jahrzehntelange Regentschaft seiner Mutter. „Die Hingabe der Königin für das Wohlergehen ihres ganzen Volkes weckt mit jedem Jahr noch größere Bewunderung“, schrieb er.

Noch immer ist der Tag, an dem sie Königin wurde, Insidern zufolge für die heute 95 Jahre alte Monarchin persönlich eng mit dem Tod ihres geliebten Vaters verbunden. Sie verbringt das Jubiläum ihrer Thronbesteigung üblicherweise ohne öffentliche Termine - nicht nur in Zeiten von Corona. Ihr Platin-Jubiläum ist gleichzeitig der erste Jahrestag, den sie ohne ihren im vergangenen Jahr verstorbenen Ehemann Prinz Philip bestreiten muss.

Premier Johnson würdigte die Queen als Vorbild und Inspiration. „Während ihrer sieben Jahrzehnte währenden Regierungszeit hat sie inspirierendes Pflichtbewusstsein und unerschütterliche Hingabe an diese Nation gezeigt“, sagte der konservative Regierungschef.

Dem Volk zeigte sich die Königin an ihrem Ehrentag nicht. Sie ist nur noch selten in der Öffentlichkeit zu sehen, seitdem sie im Herbst eine Nacht im Krankenhaus war und über Rückenleiden klagte. Allerdings wurde ein neues Video veröffentlicht, das die Queen im Gespräch mit ihrem Privatsekretär Edward Young zeigt. Dabei bearbeitet sie Berichte und Informationen, die ihr Young in einem roten Koffer bringt. Dabei bemerkt die Queen, dass sie „sehr freundliche“ Kommentare von US-Präsident Joe Biden erhalten habe. „Business as usual“ also, so die Botschaft. Zu sehen ist in dem Clip auch, dass Bilder ihrer Eltern in ihrer Nähe stehen.

Zu ihrem 70. Thronjubiläum ehrt eine neue Hymne die Queen: Das zweiteilige Werk „EIIR: The Platinum Record“ werde am 96. Geburtstag der Königin am 21. April veröffentlicht, meldete die Nachrichtenagentur PA am Sonntag. Dabei sind die Sopranistin Lesley Garrett und Bariton Rodney Earl Clarke gemeinsam mit dem London Community Gospel Choir zu hören. „EIIR“ ist die offizielle Abkürzung für die Queen: „Elizabeth II. Regina“.

„Nie gab es ein größeres Bedürfnis nach einem Lied, das uns alle eint als jetzt“, sagte Garrett. Corona und seine Folgen hätten alle Menschen getroffen. „Seit 70 Jahren ist unsere Königin da, der einzige sichere und standhafte Fels in unserer unberechenbaren Welt.“


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