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Schöffmann verpasst corona-positiv erneut Winterspiele

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Der Parallel-Boarderin Sabine Schöffmann ist die Teilnahme an Olympischen Winterspielen offenbar nicht vergönnt. Am Montag lieferte die Kärntnerin einen positiven Corona-Test ab und musste vom Team- ins Quarantäne-Hotel übersiedeln, verpasst damit den für Dienstag angesetzten Parallel-Riesentorlauf. Es ist der einzige Bewerb in dieser Snowboard-Sparte im Olympia-Programm. Tragisch ist dieser Fall vor allem aufgrund ihrer olympischen bzw. nicht-olympischen Vorgeschichte.

2014 hatte Schöffmann die Qualifikation knapp verpasst, 2018 brachte sie ein Wadenbeinbruch sowie komplexe Bänderblessuren um die Teilnahme. Dabei war sie da schon nominiert gewesen und hatte die ÖOC-Einkleidung hinter sich, ehe bei einem Weltcup in Bansko in Rumänien das Unglück passierte. Ihr langjähriger Lebensgefährte Alexander Payer war damals dabei und erfuhr als Erster von der Diagnose, reiste kurz später ohne sein Herzblatt zu den Spielen nach Südkorea ab.

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Nun haben sie es zwar beide gemeinsam in die „Blase“ geschafft, genossen zusammen auch die Eröffnungsfeier, doch nun kam der erneute Hammerschlag. Dieser war schon in den Tagen zuvor befürchtet worden, da sich die Ct-Werte im kritischen Bereich bewegt hatten und Schöffmann nur zum Training aus dem Zimmer durfte. Payer muss nun wieder ohne die Anwesenheit Schöffmanns im Zeichen der fünf Spiele antreten, diesmal ist es aber wohl noch bitterer als 2018.

Das Verpassen der Korea-Spiele hatte bei Schöffmann lange mental nachgewirkt. „Das ist nicht einfach und vergisst man nicht in einer Woche“, hatte sie der APA - Austria Presse Agentur vor rund drei Wochen erklärt. „Das dauert vier Jahre bis wieder eine Olympiade kommt.“ Anfang der aktuellen Saison kam die Erinnerung wieder stärker zurück. „Ich habe geglaubt, ich habe es überwunden, aber es ist dann noch einmal ein bisschen aufgebrochen. Da war ich nicht ganz da.“

Die Weihnachtszeit hat die Wahl-Klagenfurterin genutzt, um sich wieder zu sammeln und prompt feierte sie im ersten Bewerb des neuen Jahres - ein Weltcup-Riesentorlauf von Scuol - ihren ersten Sieg seit mehr als vier Jahren. Eine Woche danach ließ sie beim Heim-Weltcup auf der Simonhöhe einen Team-Sieg mit Payer folgen. Im APA-Gespräch sagte sie dann aber fast hellseherisch über ihr bevorstehendes Olympia-Debüt: „Ich glaube es erst, wenn ich am Start stehe.“

Freilich schien sie nun nichts mehr aus der Bahn werfen zu können, überstand sie doch auch ein im November 2020 bei einem Sturz erlittenes mittleres Schädelhirn-Trauma. „Ich habe mir gedacht, jetzt ist es aus. Ich war mir nicht sicher, ob sie jemals wieder snowboarden geht“, erinnerte sich Payer daran. Es bleibt nun abzuwarten, ob beide bzw. Schöffmann noch einen Olympia-Zyklus durchmachen, um sich den Traum von einer Teilnahme dann 2026 in Cortina d‘Ampezzo zu erfüllen.

Nun werden am Dienstag bloß die vor vier Jahren vor Schöffmann nachnominierte Daniela Ulbing und Comebackerin Julia Dujmovits im Frauen-Rennen am Start stehen. Der vierte Quotenplatz wäre für Claudia Riegler vorgesehen gewesen. Sie ist aber nicht gegen Corona geimpft und wurde daher nicht zu den Spielen mitgenommen. Auf eine Nominierung einer anderen Sportlerin wurde verzichtet, die zweite Garde soll indes auf unterer Wettkampffront Ergebnisse sammeln.

Schon bisher waren bei diesen Spielen aus dem ÖOC-Team die Skispringerinnen Sara Marita Kramer und Jacqueline Seifriedsberger sowie der Ski-Freestyler Samuel Baumgartner wegen Corona ausgefallen, das Trio war aber gar nicht erst angereist. Die Bob-Anschieber Markus Sammer und Sebastian Mitterer mussten vor Ort in Hotel-Quarantäne, haben aber noch bis zu ihrem Olympia-Auftritt. Sonst gab es wegen kritischer Ct-Werte einige verspätete Anreisen von ÖOC-Aktiven.


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