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Wiener Krankenhaus Nord kostete 1,26 Milliarden Euro

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Die Schlussrechnung für die Wiener Klinik Floridsdorf - besser bekannt unter dem früheren Namen Krankenhaus Nord - liegt nun vor. Das Megaspital kostete insgesamt 1,262 Milliarden Euro. Das berichteten Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) und der stellvertretende Generaldirektor des Gesundheitsverbunds, Herwig Wetzlinger, am Montag in einer Pressekonferenz. Das 2019 in Betrieb gegangene KH Nord war angesichts zahlreicher Probleme beim Bau immer wieder in den Schlagzeilen.

Inzwischen konnte mit Hunderten beteiligten Firmen eine Einigung erzielt werden. Lediglich drei Verfahren gegen Auftragnehmer müssen noch gerichtlich geklärt werden. 400 Millionen Euro an Mehrkosten konnten abgewehrt werden, hieß es.

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Die Gesamtsumme liege unter den vom Rechnungshof prognostizierten 1,41 Milliarden Euro, betonte Hacker. Auch sei sie geringer als seine politische Vorgabe - also der von ihm 2018 vorgegebene Höchstgrenze von 1,341 Milliarden Euro. Die Schätzung des Rechnungshofs habe ihn und die Stadt damals „nicht beglückt“. Darum habe er sich die Frage gestellt, wie eine „realistische Zielsetzung“ aussehen könnte. Hacker zeigte sich zufrieden, dass diese nun unterschritten worden sei.

Teurer als ursprünglich berechnet kommt das Krankenhaus aber jedenfalls. 829 Millionen Euro seien zunächst veranschlagt worden, sagte Wetzlinger. Man dürfe aber den angesichts der langen Errichtungsdauer deutlichen Preisanstieg nicht vergessen. Man liege nun - wenn man den damaligen Betrag valorisiere - 25 Prozent über der Prognose. Damit befinde man sich in der auch vom Rechnungshof dargelegten Bandbreite für derartige Projekte, beteuerte er. Dieser habe befunden, dass sogar 30 Prozent akzeptabel wären.

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Für die Schlussabrechnung wurde ein mehrstufiger Prozess zu Rechnungsprüfungen und Mehrkostenforderungen aufgesetzt. Geprüft wurde etwa von der Bauaufsicht, dem Planungsteam, der Projektsteuerung und der begleitenden Kontrolle. In Einzelfällen konnten Korrekturen von mehr als 90 Prozent des geforderten Betrags erzielt werden, hieß es heute. Als Beispiel wurde der - ob seines hohen Preises bereits medial präsente - Bauzaun genannt. Hier lag der Angebotspreis bei 826.000 Euro. Tatsächlich abgerechnet wurden nun 38.000 Euro.

In anderen Fällen war man weniger erfolgreich. Der berühmte „Energiering“, also die Beauftragung eines Energetikers, musste letztendlich beglichen werden. Er schlug mit rund 90.000 Euro zu Buche. Die Rechnung ist laut Wetzlinger zurecht gestellt worden: „Auch wenn der Inhalt dieser Leistung keinesfalls ein richtiger war.“ Der Schutzring hatte auch für eine Anzeige gesorgt, wobei das entsprechende Verfahren eingestellt wurde. Die für den Auftrag verantwortliche Person im Gesundheitsverbund (damals noch Krankenanstaltenverbund KAV, Anm.) wurde jedoch vom städtischen Spitalsträger ihres Amtes enthoben.

„Ein politisch heißumfehdetes Projekt findet seinen Abschluss“, zeigte sich Stadtrat Hacker heute zufrieden. Die Erkenntnisse aus dem Projekt seien auch in eine Neuorganisation des Baumanagements eingeflossen. Dazu sei eine entsprechende Tochtergesellschaft gegründet worden.

Im Großspital an der Brünner Straße hat inzwischen der - von der Coronapandemie geprägte - Alltag Einzug gehalten. Knapp 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Sie haben unter anderem bisher knapp 2.000 Covid-Patienten betreut. Laut Wetzlinger befindet man sich im Vollbetrieb, allerdings erreicht man aufgrund der Erschwernisse durch die Pandemie noch nicht in allen Abteilungen die vollen Kapazitäten.

Die Zufriedenheit wurde von der Opposition nicht geteilt. „Die Fakten sprechen eine eindeutige Sprache. Das Krankenhaus Nord steht sinnbildlich für das gescheiterte Projektmanagement der Stadt Wien“, zeigte sich die Gesundheitssprecherin der Wiener ÖVP, Ingrid Korosec, überzeugt.

Auch sie erinnerte an den Rechnungshofbericht. Dort sei etwa von 8.000 Baumängeln die Rede gewesen. „Das Krankenhaus Nord steht exemplarisch für das fehlgeleitete Baumanagement der Stadt Wien und zeigt einen großen Verbesserungsbedarf auf.“ Das Projekt habe um „ein Vielfaches“ mehr gekostet als anfänglich präsentiert.

Der freiheitliche Gesundheitssprecher Wolfgang Seidl vermisst immer noch Kostenwahrheit: „Zwar wurde bei der heutigen Pressekonferenz eingeräumt, dass es zu Mehrkosten gekommen sei, jedoch wurden diese in erster Linie auf Indexanpassungen geschoben.“ Dies sei eine „Unverfrorenheit“. Weder Fehlplanungen noch Fehlmanagement wurden eingeräumt, beklagte er in einer Aussendung.

Freudiger zeigten sich die NEOS, die seit dem Vorjahr mit der SPÖ regieren. Der pinke Gesundheitssprecher Stefan Gara lobte die Endabrechnung: „Wichtig ist, dass die Stadt den größten Teil der 400 Millionen Euro-Forderungen durch intensive Verhandlungen abwehren konnte.“ Zudem sei die Übersiedlung in das neue Spital sehr gut gelungen, konstatierte er. Wichtige Arbeit habe auch die Untersuchungskommission geleistet, betonte er.


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