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Schau zu Messtechnikunternehmen Anton Paar im Graz Museum

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Produzenten von Bier und Softdrinks gehören ebenso zu den Kunden, wie die Lebensmittel-, Chemie-, Erdöl- oder Pharmaindustrie: In den vergangenen 100 Jahren hat sich das Grazer Messtechnikunternehmen Anton Paar international einen Namen gemacht, wenn es etwa um das exakte Messen von Dichte und Konzentration geht. Zum Jubiläum wird im Graz Museum unter dem Titel „exakt! Anton Paar vermisst die Welt“ dargestellt, wie alles begann und was es mit der Messtechnik auf sich hat.

Wenn es um die Zusammensetzung von Softdrinks, Bieren und anderen alkoholischen und nicht alkoholischen Getränken geht - und damit sie immer so schmecken, wie sie schmecken sollen -, kommt die Industrie um hochpräzise Dichtevermessung der Inhaltsstoffe nicht herum. Die entsprechenden Geräte kommen zum überwiegenden Teil von einem Grazer Unternehmen, das vor hundert Jahren als Ein-Mann-Schlosserei gegründet wurde: Heute ist die Anton Paar Gruppe mit Unternehmenssitz in Graz-Straßgang an 18 europäischen und 15 außereuropäischen Standorten in Sachen Messtechnologie tätig und zählt 3.800 Mitarbeitende, rund die Hälfte davon in der Steiermark.

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Vor 100 Jahren hat alles ganz bescheiden in der Grazer Heinrichstraße begonnen, als der in der Oststeiermark aufgewachsene Anton Paar seine Schlosserwerkstatt als Ein-Mann-Unternehmen gegründet hat, wie die Ausstellung in der Gotischen Halle des Graz Museum in Kurzvideos vor Augen führt. In dieser Schlosserei wurden in den 1930er-Jahren auch seine beiden Töchter ausgebildet. Margareta wurde 1932 die erste Schlossermeisterin in der Steiermark. Die spätere Expertin im Bereich der Feinmechanik übernahm auch die Lehrlingsausbildung und hat in den 1950er-Jahren in Zusammenarbeit mit der Uni Graz an der Entwicklung eines Messgeräts mitgearbeitet: Die Kratky-Röntgen-Kleinwinkelkamera war das erste wissenschaftlich-analytische Instrument des Unternehmens. Ein Exemplar ist auch in der Ausstellung zu sehen.

Heute bestimmen die Mess- und Analysegeräte etwa den exakten Gehalt von Zucker in Limonaden, den Alkoholgehalt in Bier und die Schmierfähigkeit von Motoröl bei verschiedensten Temperaturen. Sie können aber auch das Kaugefühl von Gummibärchen und die Kratzfestigkeit von Handydisplays oder Nagellack analysieren. Das vergangene Jahr hat man mit einer Rekordauftragssumme von 465 Millionen Euro abgeschlossen. Anhand von Videos und Präsentationen einer ganzen Reihe von Dichtemessgeräten und Rheometern, die die Viskosität, also die Verformungs- und Fließeigenschaften von Stoffen messen, werden in der - nicht chronologisch ausgebauten - Ausstellung die speziellen Schwerpunkte des Unternehmens veranschaulicht. Mitarbeiter erzählen von der Bedeutung, am technischen und wissenschaftlichen Puls der Zeit zu sein. „Die Idee zur Ausstellung ist von den Mitarbeitern gekommen“, sagte CEO Friedrich Santner am Dienstag beim ersten Rundgang.

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Ab 1963 übernahm Ulrich Santner, der Schwiegersohn von Margareta Platzer, die Geschäftsführung: Er intensivierte den Kontakt mit Universitäten, systematisierte den Transfer neuer Technologien in die Industrie und baute ein internationales Netzwerk auf. Der Aufstieg zum Weltkonzern gelang Ende der 1990er-Jahre. 1997 trat sein Schwiegersohn und heutiger CEO, Friedrich Santner, in die Geschäftsführung ein. Unter seiner Führung wurden neue Vertriebs- und Serviceniederlassungen gegründet und komplementäre Messtechnikfirmen zugekauft. Rund 20 Prozent des Umsatzes werden in Forschung und Entwicklung investiert.

Das Geheimnis der Erfolgs des Unternehmens sieht der CEO in der Ausgewogenheit von Innovation und Tradition: „Würde es die Tradition - die Weitergabe des Handwerks und des Wissens - nicht geben, gäbe es uns nicht. Wäre die Innovation - die Suche nach Neuem, dem Fortschritt und nach dem Besseren - nicht vorhanden, wären wir wohl noch immer ein kleines Unternehmen in der Heinrichstraße“.

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