Entgeltliche Einschaltung

Öffnungsschritte für Mayer „Schritt Richtung Normalität“

  • Artikel
  • Diskussion

Die heute von der Regierung angekündigten Öffnungsschritte, insbesondere die neuen Regeln für Veranstaltungen, wertete Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) als „äußerst positives Zeichen für das Kunst- und Kulturleben in Österreich“. Ab Samstag fällt die Personengrenze bei Veranstaltungen, es gilt weiterhin die 2G-Regel sowie eine FFP2-Maskenpflicht indoor wie outdoor. Bei Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze ist zudem ein Konsumationsverbot notwendig.

„Veranstaltungen in ihrer Größe zu begrenzen war eine der schmerzhaftesten Maßnahmen für den Kulturbereich“, wurde Mayer in einer Aussendung am Dienstag zitiert. „Wir haben immer versucht, die Grenzen möglichst praxisnah zu gestalten. Dass wir jetzt ganz auf sie verzichten können, freut mich besonders.“ In Museen und Ausstellungshäusern entfällt wiederum die 2G-Regel, hier gilt nur FFP2-Pflicht. Dies sei ein „weiterer Schritt in Richtung Normalität“, so die Kulturstaatssekretärin. „Kunst und Kultur sind wichtige menschliche Grundbedürfnisse, daher soll keine Einschränkung länger bestehen als unbedingt notwendig.“

Entgeltliche Einschaltung

Insgesamt gehe man „mit Riesenschritten einer kompletten Wiederherstellung unseres vielfältigen Kunst- und Kulturangebots entgegen“, so Mayer. Die Pandemie sei zwar noch nicht überwunden, „aber die aktuell sehr überschaubaren Auswirkungen der Infektionszahlen auf die Spitäler lassen schon jetzt sehr viel zu - ich freue mich darüber als Kulturpolitikerin, aber vor allem für das Publikum, das so lange auf so vieles verzichten musste.“ Auch Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) zeigte sich in einer Aussendung erfreut: „Das sind genau die Schritte, die unser Tourismus und unsere Veranstaltungsbranche jetzt brauchen, um wieder optimistisch nach vorne schauen und planen zu können.“

Durchaus kritisch betrachtet Konzert- und Festivalveranstalter Ewald Tatar die Lockerungen. „Ich würde sagen, es ist mal ein erster, aber dennoch zu kleiner Schritt“, hielt er in einer Stellungnahme gegenüber der APA fest. „Da muss in den nächsten Wochen deutlich mehr in Richtung absoluter Öffnung passieren.“ Bei den Besuchern und Kartenbesitzern merke man mittlerweile, dass viele kein Verständnis mehr für die aktuelle Situation in Österreich haben, „während in vielen Ländern bereits geöffnet wird“.

Jetzt einen von drei Weber Grill gewinnen

TT-ePaper 4 Wochen gratis ausprobieren, ohne automatische Verlängerung

Für die Konzertbranche ändere sich vorerst wenig. „Für unsere Events bringt dieser Schritt derzeit zu 95 Prozent gar nichts“, betonte Tatar. „Ich denke aber, dass weitere groß angelegte Öffnungsschritte ohnehin nicht mehr aufzuhalten sind. Der Druck der Öffentlichkeit ist einfach zu groß und das Verständnis im Umkehrschluss quasi nicht mehr vorhanden.“ Insofern müsse das Ziel sein, „so rasch wie möglich in allen Kapazitäten, auch stehend, spielen zu können“, und zwar ohne jegliche G-Regel. „Alles andere wäre in Hinblick auf andere Länder, die es wieder mal vorzeigen, sonst nicht mehr zu argumentieren beziehungsweise zu verstehen.“

Gernot Kremser, Musikchef vom Linzer Posthof, sieht wiederum „Schritte in genau die richtige Richtung“, wie er gegenüber der APA festhielt. „Unmittelbar erleichtert uns das Wegfallen von 2G-plus unseren Arbeitsalltag. Da wir ab März wieder mit großen Stehkonzerten am Start sind und ab Mai mit FrischLuft unsere Posthof-Open-Air-Location eröffnet, freuen wir uns über die Rückkehr zur Normalität und unserer Kernaufgabe: großartige, sichere Zeitkultur-Veranstaltungen und Konzerte anbieten.“

Überrascht von der Kurzfristigkeit der Ankündigung zeigte man sich bei Arcadia Live - „wieder einmal“, wie CEO Filip Potocki festhielt. „Wir werden auf jeden Fall - angesichts der Erfahrungen der vergangenen Monate und Jahre - noch die Reaktion der Stadt Wien abwarten. Und uns dann mit den unterschiedlichen Venues beraten und absprechen, wie hier die weitere Vorgangsweise sein wird.“ Die Konsumation von Getränken sei natürlich ein großes Thema für Spielstätten wie Besucher.

Für größere Shows benötige es jedenfalls in der Regel längere Vorbereitungszeit sowie einen großen logistischen Aufwand. „Deswegen bleibt festzuhalten, dass ein gewisser Anteil unserer Shows in der näheren Zukunft bereits verschoben oder abgesagt wurde“, so Potocki zur APA. Am schwierigsten bleibe nach wie vor die Planungssicherheit. „Denn was uns die vergangene Zeit gelehrt hat: auch unter Einhaltung aller Vorgaben, Genehmigungen und so weiter kann es schnell passieren, dass Shows doch nicht durchgeführt werden können. Was wiederum zu Enttäuschungen an mehreren Enden führt.“ Insofern bleibe man trotz der guten Nachrichten vorsichtig.


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung