Entgeltliche Einschaltung

ÖOC-Rodlerinnen verpassen Podest mit Plätzen 4 bis 6 knapp

  • Artikel
  • Diskussion

Österreichs Rodlerinnen haben trotz der undankbaren Olympia-Ränge vier für Madeleine Egle, fünf für Hannah Prock und sechs für Lisa Schulte höchstens Tränen der Erleichterung vergossen. Auf die kollektive Stärke lasse sich aufbauen, man sei ja noch jung, lautete der einhellige Tenor. Olympiasiegerin wurde zum dritten Mal in Serie die Deutsche Natalie Geisenberger. In der Teamstaffel am Donnerstag werden Egle, Wolfgang Kindl und Thomas Steu/Lorenz Koller Österreich vertreten.

Egle, als eine der Topfavoritinnen nach China gereist, war am Montag im ersten Lauf gestürzt, rettete sich aber mit Mühe noch auf die Rodel zurück. Die Weltcup-Gesamtzweite startete vom 17. Zwischenrang aus eine Aufholjagd, musste sich am Ende aber mit „Blech“ zufriedengeben. Nach vier Läufen fehlten der 23-Jährigen 0,302 Sekunden auf eine Medaille, 1,355 auf Gold. Das schnappte sich Geisenberger, die sich vor ihrer Landsfrau Anna Berreiter und Tatjana Iwanowa aus Russland durchsetzte.

Entgeltliche Einschaltung

„Nach meinem ersten Tag ist das jetzt ein sehr gutes Ergebnis. Natürlich weiß man, dass etwas mehr drinnen gewesen wäre. Ich nehme das mit und sage, einen vierten Platz bei Olympia muss man auch erst einmal schaffen“, erklärte Egle. „Es war eigentlich eh schon ein Wahnsinn, dass sich mit diesen Hacklern noch so viel ausgegangen ist. Das passt.“ Sie habe sich nach dem ersten Lauf noch einmal motiviert und funktioniere unter Druck gut. „Man kann es als gute Übung sehen, es kommen wieder neue Rennen“, meinte die 23-Jährige.

Dass das Frauenteam so stark sei, sei „wirklich cool“, befand Egle. „Endlich ist es mal so weit, dass wir Damen auch mitreden können. Ich bin stolz auf meine zwei Mädels.“ Die 21-jährige Schulte wurde im Ziel vom Trainerteam getröstet, klärte das aber gleich auf. „Es waren keine traurigen Tränen, sondern Tränen der Erleichterung, dass es geschafft ist. Ich bin mit meinem sechsten Platz trotz der Fehler zufrieden.“ Sie habe sich als Ditte nach dem ersten Lauf selbst Druck gemacht. „Da denkt man sich, okay, auf einmal ist die Olympiamedaille zum Greifen nah. Aber alles in allem habe ich die Spiele sehr genießen können und viel gelernt.“

Man sei ein megastarkes Team, meinte Schulte. „Wir halten zusammen, wir drei, wir helfen uns gegenseitig. Wir haben alle drei bewiesen, dass die österreichischen Damen im Rodeln voll mitfahren können.“ Man müsse es den ersten drei lassen, es seien die Konstantesten und Besten gewesen, sie hätten sich die Podestränge verdient.

Prock, die 22-jährige Tochter des zweimaligen Olympia-Zweiten Markus Prock, landete 15 Tausendstelsekunden hinter Egle. Schulte lag weitere 61 Tausendstel zurück. „Ich bin megahappy mit dem fünften Platz“, sagte Prock. „Ich habe schon meine paar Sätze vor den Läufen, das hat heute anscheinend besonders viel gebracht.“ Auch sie sprach den Zusammenhalt an. „Wir drei Mädels haben eine so gute Verbindung. Ich bin so froh, dass wir so gut auskommen und so gute Freunde sind, dass wir uns so weiterhelfen. Da bringt viel. Wir sind ja auch noch so jung.“

Eine Aufholjagd startete nach einem Fehler am Montag auch die deutsche Weltmeisterin und Gesamtweltcupsiegerin Julia Taubitz. Diese endete hinter dem ÖOC-Trio auf Rang sieben. Taubitz, Egle und Co. hielten an der Strecke zudem ein Schild mit Genesungswünschen für Yannick Müller in die Kameras. Der Österreicher hatte sich am Vortag bei einem Trainingssturz einen offenen Unterarmbruch zugezogen und versäumt das Doppelsitzer-Rennen am Mittwoch. „Hoffentlich freut er sich darüber, es tut uns echt megaleid, dass ihm das passiert ist, es ist total schade“, sagte Schulte.

Cheftrainer Rene Friedl wusste, „da kann man für die Zukunft aufbauen“ und bedauerte etwas den großen Patzer von Egle. „Sie hat sehr gut gekämpft.“ Dass die jungen Frauen Prock und Schulte bei ihrem Debüt unter die Top sechs fahren, zeige, dass man tolles Potenzial habe. „Da können wir wirklich in die Zukunft schauen. Da werden wir viel Freude haben.“

Die österreichische Rodel-Mannschaft darf nach den Doppelsitzern in der Team-Staffel am Donnerstag noch auf eine Medaille hoffen. Ihre Sammlung bereits vergrößert hat Geisenberger. Die Bayerin, seit Pyeongchang 2018 Mutter geworden, holte inklusive zweier Staffel-Titel bereits ihr fünftes Olympia-Gold. Damit zog sie mit der deutschen Winter-Rekordhalterin Claudia Pechstein (Eisschnelllauf) gleich. Vor ihrem Gold-Hattrick 2014, 2018 und 2022 hatte Geisenberger 2010 in Vancouver im Einzel bereits Bronze eingefahren.


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung