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„Madame Butterfly“ in Bregenz mit riesigem Papierblatt

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Gut fünf Monate vor der Eröffnung der Bregenzer Festspiele wird hinter den Kulissen - oder besser gesagt: an den Kulissen - auf Hochtouren gearbeitet. Aus Stahl, Holz und Styropor werden in einer Fabrikshalle in Lauterach (Bez. Bregenz) derzeit 117 Bühnenteile gefertigt, die dann an Ort und Stelle in Bregenz „wie ein Puzzlespiel“ zu einem überdimensionalen Blatt Papier zusammengefügt werden, das scheinbar fast schwerelos vor der Seebühne schwimmt.

Am Mittwoch gewährten die Festspiele erste Einblicke in die Entstehung des Bühnenbildes für Giacomo Puccinis „Madame Butterfly“, die diesen Sommer erstmals auf der Seebühne aufgeführt wird. Das riesige Blatt Papier als zentrales Element des Bühnenbildes wird rund 33 Meter breit und 23 Meter hoch sein, die Oberfläche beträgt rund 1.300 Quadratmeter. Die einzelnen Elemente sind bis zu 17 Quadratmeter groß und 2.100 Kilo schwer. „Die besondere Herausforderung ist, das Papier leicht, nahezu schwerelos wirken und scheinbar auf dem Wasser schwimmen zu lassen, obwohl es tatsächlich rund 300 Tonnen wiegt“, sagte Technikdirektor Wolfgang Urstadt.

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Es gehe darum, in der Naturkulisse des Sees die Künstlichkeit, die Vorstellung eines alten, schön gestalteten Blattes Papier zu schaffen, das im Wasser schwimmt, beschrieb Intendantin Elisabeth Sobotka die Intention: „Dieser Widerspruch erzeugt die Spannung, die wir für den See brauchen.“ Sie freue sich auf ein „ganz besonderes Bühnenbild“ für „Madame Butterfly“ mit dem „Blatt als Spiegel der Seele“. Das Bühnenbild werde auch dieses Jahr wieder Überraschungen bereithalten, kündigte die Intendantin an. Diese lägen aber nicht in der Beweglichkeit des Bühnenbildes selbst. Urstadt beschrieb es als große Herausforderung, das Blatt so zu konstruieren, dass es den Anforderungen am See standhalte, gleichzeitig aber die Leichtigkeit eines Stückes Papier vermittle. „Das Papier transportiert die Geschichte“, schilderte Ausstattungsleiterin Susanna Böhm.

Die Styroporteile - laut Urstadt „ein großes Puzzlespiel mit vielen kleinen Teilen“ - werden mit Fassadenputz beschichtet und bemalt. Man könne sich das wie ein verputztes Haus vorstellen, erklärten die Verantwortlichen. Weitere Schutzschichten wie etwa Lack gebe es nicht, die Nachteile wie unerwünschte Spiegelungen hätten die Vorteile - den Schutz vor der Witterung - überwogen. Böhm hoffte, dass die Kulisse im zweiten Jahr durch die natürliche Patina sogar noch besser aussehen könnte.

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Zwölf Firmen, zu einem großen Teil aus der Region, sind an der Herstellung des Papierbildes beteiligt. Kommende Woche sollen die ersten Bauteile auf Lkw nach Bregenz gebracht werden. Bis das Papierelement fertig zusammengebaut ist, dauert es voraussichtlich zwei Monate. Dann wird bis Juni an Bemalungen, Kaschur und dem Einbau und „Verstecken“ von Scheinwerfern und 47 Lautsprechern gearbeitet.

Mit der Premiere von „Madame Butterfly“ werden am 20 Juli die 76. Bregenzer Festspiele eröffnet. Rund die Hälfte der für 26 Aufführungen aufgelegten 189.000 Karten sind bereits gebucht, noch sind für alle Kategorien und Termine ausreichend Karten verfügbar.


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