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Knallbuntes Linzer Brucknerfest blickt heuer auf die Moderne

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„Visionen - Bruckner und die Moderne“ lautet der Titel des diesjährigen Internationalen Brucknerfests Linz vom 198. Geburtstag des Namensgebers am 4. September bis 11. Oktober. Das Thema spürt der Frage nach, welche Auswirkung seine Musik auf künftige Generationen hatte. Das Programm des Klassik-Festivals, das sich heuer mit knallbuntem Sujet und viel Merchandising präsentiert, wurde am Donnerstag von Brucknerhaus-Intendant Dietmar Kerschbaum vorgestellt.

33 Veranstaltungen an zehn Spielstätten sind vorgesehen. Bespielt werden neben dem Brucknerhaus u.a die Tabakfabrik, der Alte und der Mariendom in Linz, die Stadtpfarrkirche in Ansfelden sowie als Open-Air-Locations der OK-, der Dom- und der Lentos-Vorplatz. Ein Schwerpunkt ist den Komponisten Heinrich Kaminski und Richard Wetz gewidmet, sie sich intensiv mit Bruckner auseinandergesetzt haben. Zum Start begeben sich das casalQuartett und Bratschist Nils Mönkemeyer am 4. September in Bruckners Heimatort Ansfelden auf die Suche nach Ähnlichkeiten in den Streichquintetten von Bruckner und Kaminski. In der Folge stehen etliche etablierte bzw. aufstrebende Musiker sowie bekannte Klangkörper am Programmzettel.

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Christian Thielemann dirigiert bei seinem - so Kerschbaum - „längst, längst fälligen Brucknerfest-Debüt“ die Sächsische Staatskapelle Dresden (14. September), am Programm steht Bruckners Sinfonie Nr. 5 B-Dur. Das Royal Philharmonic Orchestra und sein Chefdirigent Vasily Petrenko widmen sich den Spuren Bruckners im Schaffen des finnischen Sinfonikers Jean Sibelius (15. September). Tags darauf gastieren Franz Welser-Möst und das Cleveland Orchestra, gespielt werden u.a. Werke von Richard Strauss und Alban Berg.

Selbstverständlich mit dabei ist das Bruckner Orchester Linz mit seinem Chefdirigenten Markus Poschner - einmal mit dem Nachwuchscellisten Christoph Heesch und einem Fokus auf Arnold Schönberg, einmal mit zentralen Werken der erklärten Bruckner-Fans Kaminski und Franz Schmidt, einmal mit der lettischen Geigerin Baiba Skride. Weiters am Programm: Das Tonkünstler-Orchester unter Constantin Trinks und das Minetti Quartett. Das im Vorjahr verschobene Konzert der Pianistinnen Martha Argerich und Lilya Zilberstein wird am 28. September nachgeholt.

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Die Klassische Klangwolke bestreitet am 1. Oktober die französische Geigerin Chouchane Siranossian gemeinsam mit der Prague Philharmonia und dem Dirigenten Eugene Tzigane, u.a. mit Musik von Gottfried von Einem, Richard Wetz und natürlich Bruckner. Das Programm der Visualisierten und der Kinder-Klangwolke am 11. bzw. 10. September ist noch geheim. Es soll zu einem späteren Zeitpunkt präsentiert werden.

Wolfgang Böck schlüpft neuerlich in die Rolle des Festival-Namensgebers: Im fünften und letzten Teil der Reihe „Böck ist Bruckner“ befasst er sich mit den Charakterbildern, die die Nachwelt von Bruckner gezeichnet hat - die Palette reicht abhängig vom jeweiligen Zeitgeist vom „Musikanten Gottes“ bis zum „deutschen Tonhero“.

Studierende der Linzer Kunstuni werden sich im Rahmen des Festivals präsenteren und zu Bruckners Musik live Bilder im öffentlichen Raum schaffen. „Es geht um Action Painting und Graffiti“, so Kerschbaum. Zeit haben die Bildenden Künstler jeweils so lange, wie der ihnen zugewiesene Bruckner-Sinfonie-Satz dauert. Partyfeeling und die Ansage, dass Bruckner und tanzbare Beats kein Widerspruch sind, sollen das Publikum mit Pierre Henrys „Comme une symphonie, envoi à Jules Verne“ für Lautsprecherorchester bei den Bruckner Beats in der Tabakfabrik erreichen.

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