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Putin und Biden telefonieren wegen Ukraine-Konflikts

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Angesichts der weiter zunehmenden Spannungen im Ukraine-Konflikt wollen der russische Staatschef Wladimir Putin und US-Präsident Joe Biden an diesem Samstag telefonieren. Laut dem Kreml bat Washington um das Gespräch, dem Weißen Haus zufolge geht das Gespräch auf einen Vorschlag Russlands zurück. Beide Seiten machten zunächst keine Angaben zur genauen Uhrzeit der geplanten Unterredung.

Ein Vertreter der US-Regierung erklärte am Freitag (Ortszeit), Moskau habe ein Telefonat am Montag vorgeschlagen, schließlich aber den Gegenvorschlag eines Gesprächs schon an diesem Samstag akzeptiert. Biden verbringt das Wochenende in Camp David, dem Landsitz der US-Präsidenten im US-Bundesstaat Maryland.

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Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte nach Angaben der Agentur Interfax: „Tatsächlich hat die amerikanische Seite um ein Gespräch mit Präsident Putin gebeten, und morgen Abend Moskauer Zeit ist ein Gespräch der beiden Präsidenten geplant.“ Moskau bestätigte zudem ein ebenfalls für Samstag geplantes Telefonat des russischen Präsidenten mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin sprach wegen der Ukraine-Krise am Freitag mit seinen Kollegen aus Polen, Deutschland, Kanada, Frankreich, Rumänien und Italien, wie das Pentagon mitteilte. US-Außenminister Antony Blinken und die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock sprachen jeweils mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba. In dem Gespräch Baerbocks ging es nach Angaben aus Berlin unter anderem um die aktuelle Sicherheitslage und den am Montag stattfindenden Besuch des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz.

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Die US-Regierung hatte am Freitag erklärt, einen russischen Einmarsch in die Ukraine noch vor dem Ende der Olympischen Winterspiele in China am 20. Februar für möglich zu halten. Das US-Militär verlegt daher rund 3.000 weitere Soldaten in den NATO-Partnerstaat Polen. Bidens Sicherheitsberater Jake Sullivan sprach von möglichen Angriffsszenarien, was Russland umgehend als Falschinformation zurückwies.

Biden warnte in einem Interview mit dem Sender NBC, die Situation könne schnell außer Kontrolle geraten. Daher sei es ratsam, die Ukraine zu verlassen. Er plane nicht, Truppen zur Rettung von US-Bürgern in der ehemaligen Sowjet-Republik zu schicken, falls Russland einmarschiere. „Das ist ein Weltkrieg, wenn Amerikaner und Russen damit beginnen, aufeinander zu schießen.“ Bidens Berater Sullivan sagte, Russland habe genug Streitkräfte mobilisiert, um einen größeren Militärschlag auszuführen. Mögliche Szenarien seien aus US-Sicht ein Luftangriff zu Beginn, ein rascher Vorstoß des russischen Militärs gegen die ukrainische Hauptstadt Kiew oder eine Operation unter falscher Flagge. Das russische Außenministerium erklärte daraufhin, westliche Staaten verbreiteten Falschinformationen und versuchten damit, von eigenen aggressiven Handlungen abzulenken.


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