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Salzburgs CL-Generalprobe geglückt - Fehlstart von Rapid

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Red Bull Salzburgs Generalprobe für das Achtelfinal-Hinspiel der Fußball-Champions-League am Mittwoch gegen den FC Bayern ist geglückt. Der Titelverteidiger feierte am Freitag zum Bundesliga-Jahresauftakt einen 2:1-Auswärtssieg gegen Rapid, was für die Hütteldorfer mehr als nur ein verlorenes Prestigeduell bedeutet. Nach dem Cup-Out in der Vorwoche müssen die Grün-Weißen nun auch um die Teilnahme an der Meistergruppe bangen.

Salzburg hingegen liegt unangefochten an der Tabellenspitze und kann sich nach Auftakterfolgen im Cup gegen den LASK und nun gegen „Lieblingsgegner“ Rapid voll auf das Kräftemessen mit den Münchnern konzentrieren. „Man hat gesehen, unsere Mentalität ist in Ordnung. Das gibt uns den nötigen Rückenwind für das Spiel gegen die Bayern“, erklärte Trainer Matthias Jaissle.

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Wie schon am Sonntag gegen den LASK gerieten die Salzburger auch gegen Rapid in Rückstand, benötigten diesmal aber mehr Zeit, um die Partie zu drehen. „Der Spielverlauf hat uns ein paar Steine in den Weg gelegt. Rapid hat es aber auch wirklich gut gemacht, gefightet bis zum Schluss und die Zweikämpfe hart geführt“, meinte Jaissle.

Rapids kampfbetonte und defensive Spielweise gab dem Meister einiges aufzulösen, gestand der Deutsche. „Wir mussten es mit der nötigen Geduld und Zielstrebigkeit angehen und haben das richtig gut gemacht.“ Am Mittwoch wartet auf die Salzburger laut Jaissle ein komplett anderes Match. „Die Bayern haben ihr Spiel nicht nur auf lange und zweite Bälle angelegt, so wie das heute der Fall war.“

Jaissles kleiner Seitenhieb auf Rapid ließ sich durch die Statistik rechtfertigen. Die Hütteldorfer verzeichneten gerade einmal 30 Prozent Ballbesitz, die Passquote lag mit 39 Prozent bemerkenswert niedrig. Trotzdem gingen die Gastgeber aus einer Standardsituation in Führung. Auch gegen die Bayern könne man in Rückstand geraten, sagte der Salzburg-Coach. „Aber wenn wir dann so zurückkommen wie in letzten zwei Spielen, nehmen wir das gerne mit.“

Ein positiver Aspekt vor dem Kräftemessen mit dem deutschen Rekordmeister war das Comeback von Nicolas Seiwald, der seine Knieverletzung schneller als erwartet überwunden hat und gegen Rapid nach seiner Einwechslung einen gelungenen Auftritt hinlegte - und das, obwohl er davor erst zwei Mannschaftstrainings in den Beinen hatte. „Da hat er gezeigt, dass er schon fast der Alte ist. Jetzt müssen wir schauen, wie er dieses Spiel verkraftet hat“, erklärte Jaissle.

Weniger gut in Szene setzen konnte sich Karim Adeyemi. Der DFB-Teamspieler hatte gegen den LASK wegen einer Mandeloperation gefehlt. „Er hat weite Teile der Vorbereitung versäumt, dementsprechend fehlen ihm noch ein paar Körner“, erzählte Jaissle.

Voll im Saft steht hingegen Maximilian Wöber, dem die Rapid-Fans sein Engagement bei den „Bullen“ nach wie vor nicht verziehen haben. Jeder Ballkontakt des Verteidigers wurde mit einem Pfeifkonzert quittiert. Dennoch ist Wöbers Verbindung zu seinem Ex-Club nicht abgerissen. „Ich habe noch immer Kontakt zu vielen Leuten, die eng mit dem Verein verbunden sind. Von daher freue ich mich, dass ich einige Leute, die mir gut gesinnt sind, wieder treffe.“

Bei einem vollen Stadion wäre die Unmutsäußerungen gegen ihn wohl noch lauter gewesen - dennoch hätte Wöber gerne vor mehr Zuschauern gespielt. „Schade, dass es sich um fünf Stunden nicht ausgegangen ist. Auch für uns Spieler ist es cooler, vor voller Kulisse zu spielen, aber es hat bei uns nicht in die Trainingssteuerung reingepasst“, betonte der Wiener.

Bei einer Spielverschiebung um einen Tag hätte es keine Kapazitätsbeschränkung mehr gegeben, Salzburg lehnte Rapids Antrag aber mit Hinweis auf das Bayern-Match ab. Mit mehr Anhängern im Rücken wäre es für die Hütteldorfer wohl leichter gewesen, vermutete Wöber. „In so einem Spiel, wo es um jeden Zweikampf geht, helfen natürlich 30.000 mehr als 2.000.“

Doch auch vor schütterer Kulisse kämpfte Rapid leidenschaftlich, wie Trainer Ferdinand Feldhofer hervorhob. Am Ende reichte es wieder nicht, weshalb Rapid nur eines der jüngsten 23 Liga-Duelle mit den „Bullen“ gewonnen hat. „Schade, wenn man nach so einem Fight und so einer Hingabe Salzburg über weite Strecken richtig fordert und dann nicht dafür belohnt wird. Die Jungs sind niedergeschlagen - verständlich, weil sie alles gegeben haben“, sagte der Steirer.

Bei den Gegentoren fehlten laut Feldhofer „Kleinigkeiten“, man sei aber als Kollektiv aufgetreten und habe „unglaublich füreinander gearbeitet. Wir müssen daraus gestärkt rauskommen und es beim nächsten Mal besser machen“, meinte der 42-Jährige und verwies darauf, dass seine Mannschaft - so wie im übrigen auch Salzburg - zahlreiche Ausfälle verkraften musste.

Trotz der Personalmisere saß Yusuf Demir bis zur 85. Minute auf der Bank. Der ÖFB-Teamspieler habe noch immer konditionellen Aufholbedarf, erzählte Feldhofer. „Es wird täglich besser. Es ist ein großer Verdienst von ihm, dass er in jedem Training an seine Grenzen geht“, erklärte der Rapid-Coach. „Trotzdem ist auch ihm bewusst, dass er die nächsten Tage und Wochen brauchen wird, bis er vollfit ist und bei uns spielen kann.“

Demir wird also wohl auch am Donnerstag im Sechzehntelfinal-Hinspiel der Conference League daheim gegen Vitesse Arnheim Ersatz sein. Drei Tage später geht es auswärts gegen Sturm Graz - verliert Rapid diese Partie, wird es im Kampf um einen Platz in der Meistergruppe immer enger.


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