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LASK gegen dezimierte Klagenfurter unter Druck

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Für den LASK geht es zum Bundesliga-Frühjahrsauftakt ans Eingemachte. Vier Runden vor Ende des Grunddurchgangs liegen die Oberösterreicher vier Punkte hinter den angestrebten Top Sechs, am Sonntag (17.00 Uhr) gastiert Austria Klagenfurt im Duell zweier Cup-Viertelfinal-Verlierer in Pasching. Die Kärntner sind derzeit Vierter. Allerdings kämpft man weiter mit personellen Problemen. Zuvor (14:30) versucht die Admira in Hartberg, sich dem Abstiegskampf zu entziehen.

Austria-Trainer Peter Pacult fehlt quasi eine gesamte Mannschaft, 13 Spieler fallen gegen den LASK aus verschiedensten Gründen aus. So sagte man am Mittwoch sogar ein Testspiel ab. Im Vergleich zum 0:2 im Cup-Viertelfinale gegen Ried am vergangenen Freitag kamen mit Innenverteidiger Nicolas Wimmer (Grippe) und Mittelfeld-Dauerbrenner Patrick Greil (Adduktoren) zwei weitere wichtige Akteure zur Ausfallsliste hinzu. Goalie Phillip Menzel gehört nicht dazu, der Deutsche verlängerte seinen Vertrag in Klagenfurt am Freitag bis 2024.

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Pacult, der vor seinem 200. Spiel als Bundesliga-Coach steht, sieht sich nach dem Rückschlag im Cup in seiner Rolle als ständiger Mahner bestätigt. „Wir haben noch nichts erreicht, müssen in jeder Partie an unsere Grenzen gehen, um zu bestehen. In Ried ist uns das nicht gelungen. Ich hoffe, es war ein Ausrutscher, der die Sinne schärft. Rückschläge gehören dazu, aber man muss daraus lernen“, sagte der 62-Jährige.

Mit dem 0:3 gegen Sturm Graz vor der Winterpause und dem nächsten „Nuller“ gegen Ried erlitt Klagenfurt erstmals in dieser Saison zwei Pflichtspielniederlagen en suite. Offiziell geht es für die Austria darum, in der Liga zu verbleiben. „Wir wissen, dass das Ziel der Klassenerhalt ist, und wir wissen, dass wir das in vier Wochen schaffen können. Aber wir sind in jedem Spiel der Außenseiter, der Aufsteiger. Das gilt trotz Platz vier“, stellte Sportdirektor Matthias Imhof klar.

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Der LASK wird solcherart in die Favoritenrolle gedrängt. Der Druck ist jedenfalls klar aufseiten der Linzer, ein Sieg quasi Pflicht. Auch sie müssen das Cup-Aus verdauen, hatten beim 1:3 gegen Salzburg aber auch den schwerstmöglichen Gegner. „Wir hatten in der ersten Hälfte sehr gute Phasen, haben dann aber einfache Gegentore erhalten“, meinte Goalie Alexander Schlager. Bezüglich der Top Sechs gab er sich zuversichtlich. „Es sind nicht die rosigsten Aussichten, aber ich bin optimistisch, was die Meistergruppe betrifft. Es ist ein schwerer, aber machbarer Weg“, gab der ÖFB-Teamspieler an. Der LASK bekommt es nach Klagenfurt noch mit der Admira (a), Salzburg (h) und dem WAC (a) zu tun.

Indes startet die Admira gegen Hartberg das Unternehmen Klassenerhalt. Die Oststeirer eliminierten im Cup-Viertelfinale auswärts Rapid und sind nicht zuletzt wegen überstandener Corona-Probleme zu favorisieren. Ziel der Mannschaft von Trainer Kurt Russ ist das Erreichen der Meistergruppe. Allerdings tat sich die Admira in der Herbstrunde schwer und war deshalb in der Winterpause einer weiteren Umwälzung im Kader samt Blutauffrischung nicht abgeneigt. So kamen fünf Neue, während neun Profis den Verein verließen. Schmerzhaft, aber freilich nicht unerwartbar war der Abschied von Luca Kronberger, der bei Sturm Graz andockte. Auch Innenverteidiger Niko Datkovic, den es in die 2. Liga Spaniens zu Mirandes zog, hinterlässt eine Lücke.

Von den Neuzugängen erhoffen sich die Südstädter um Trainer Andreas Herzog und Sportdirektor Marcel Ketelaer aber viel. „Wir haben einen richtig guten Konkurrenzkampf jetzt“, sagte Herzog. Samuel Major, Luan, Jan Vodhanel, Wladimir Nikolow und Stefano Surdanovic haben alle das Potenzial, sich als echte Verstärkungen zu erweisen - wenngleich vorerst Geduld gefragt ist. Verteidiger Luan und Mittelfeldmann Vodhanel etwa haben zuletzt kaum Spielpraxis sammeln können.

Der Liga-Achte Hartberg ist aktuell drei Punkte vom sechsten Platz entfernt - zumindest dort möchte man am Ende des Grunddurchgangs nach der Halbierung der Punkte stehen. Beim 2:1-Cup-Erfolg gegen Rapid im Westen Wiens zeigten die Steirer am vergangenen Samstag eine starke Mannschaftsleistung, obwohl sich diverse Stammkräfte in Corona-Quarantäne befanden. Gegen die Admira kann Trainer Russ nun wieder aus dem Vollen schöpfen. Nur hinter dem Einsatz von Torhüter Rene Swete steht noch ein Fragezeichen.

„Für uns gibt es nur eine Devise. Wir haben im Cup gegen Rapid gewonnen und wollen unbedingt nachlegen. Es erwartet uns aber ein ganz anderes Spiel als in Wien. Die Admira legt viel Wert auf die Umschaltmomente, da müssen wir in der Restverteidigung gut stehen und hellwach sein“, kündigte Russ an. „Wir brauchen in den nächsten vier Spielen drei Siege. Es wäre gut, wenn wir gegen die Admira damit anfangen“, ergänzte der Chefcoach und appellierte an die TSV-Fans, zahlreich ins Stadion zu kommen. Die Zuschauerbegrenzung gilt ja ab Samstag nicht mehr.

Für die Gastgeber spricht auch, dass sie gegen die Niederösterreicher seit acht Spielen ungeschlagen sind, davon wurden sieben Partien gewonnen. Stürmer Dario Tadic erzielte bereits acht Bundesliga-Tore gegen die Admira - so viele wie gegen kein anderes Team. Ob er von Beginn an seinen Torriecher unter Beweis stellen darf, ist allerdings offen, denn nach der Leistung gegen Rapid hat Russ wenig Grund, seine Startelf zu verändern.


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