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Brennsteiner im grenzwertigen RTL auf Medaillenkurs

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Der Wintereinbruch in den chinesischen Bergen nordwestlich von Peking hat für grenzwertige Bedingungen im ersten Riesentorlauf-Durchgang der Ski-Männer geführt. Stefan Brennsteiner meisterte die Herausforderung bravourös, lag als Zweiter nur 4/100 Sekunden hinter Topfavorit Marco Odermatt (SUI). Dritter war der Franzose Mathieu Faivre (+0,08). Manuel Feller lag auf Platz sieben (+0,74), Raphael Haaser (17./+2,06) und Marco Schwarz (18./+2,11) luden sich viel Rückstand auf.

Der angekündigte Schneefall, der auf dem zwei Gondelfahrten entfernten Hang zur Ansage des Frauen-Abfahrtstrainings geführt hatte, sorgte nicht nur auf der Piste für schwierige Verhältnisse. Können war auch beim Abschwingen im Ziel gefragt, wo die natürliche weiße Pracht zentimeterhoch auf der Kunstschneepräparation lag.

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„Das war ganz okay, es ist alles knapp beinander“, kommentierte der Salzburger Brennsteiner, der sich bei Olympia in Pyeongchang vor vier Jahren im Riesentorlauf einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, seine Fahrt. Die Bedingungen freilich ließen ihn weniger schmunzeln. „Es fühlt sich wild an, nicht so super. Ich finde es grenzwertig, man sieht nichts. Ab dem zweiten langen Schwung ist es komplett dunkel, die Brille geht zu durch den Schneefall. In der Spur ist durch den Wind Neuschnee.“

Er sei „vernünftig gefahren“, bei Olympia gehe man immer Risiko. „Aber nichtsdestotrotz muss es sich bei mir relativ einfach anfühlen, sonst bin ich nicht mehr schnell. Das werde ich auch im zweiten wieder versuchen.“

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Feller fand weit drastischer Worte, er konnte nicht verstehen, warum man das Rennen nicht auf Montag verschoben habe, wo Sonnenschein vorhergesagt wird. „Grenzwertig, kompletter Blindflug. Auch im Ziel ist Schnee drinnen, das ist eine Frechheit und gefährlich. Es ist allgemein schon auf der Strecke gefährlich, weil man einfach gar nichts sieht.“ Wenn das Rennen vor Olympia gewesen wäre, wäre er wahrscheinlich unterwegs rausgefahren, um einer Verletzung vorzubeugen.

Doch jetzt seien es Olympische Spiele. „Ich habe definitiv alles riskiert, deswegen bin ich zweimal angestanden, weil ich einen Schlag kassiert habe, den ich nicht gesehen habe. Teilweise hat es mich gewundert, dass ich noch in dem Lauf geblieben bin. Schlussendlich muss ich ehrlich sagen, bin ich froh, dass ich heil herunten bin. Von meiner Fahrt her war es nicht so schlecht“, erklärte der Tiroler im Zielraum.

Keine Trendumkehr schaffte Schwarz, der in diesem Winter immer noch auf der Suche nach dem Flow ist. „Ich hatte von oben bis unten zu kämpfe, dass ich irgendwie auf Zug komme. Das ist extrem bitter, muss ich echt sagen, so macht es auch relativ wenig Spaß. Aber wie ich eh nach der Kombi schon gesagt habe, aufgeben tu ich einen Brief. Ich werde weiter kämpfen, alles dran setzen, dass ich wieder die Lockerheit und die Freude am Skifahren finde.“

Die Verhältnisse seien nicht der Grund für seine Leistung. „Es sind sehr spezielle Bedingungen, aber ich glaube, dass wir schon wildere Sachen gehabt haben. Es ist ein Outdoor-Sport, das gehört auch dazu. Von dem her wird wahrscheinlich auch der Schnellste gewinnen.“

Die Ausfallsquote war enorm, von 89 Läufern auf der Startliste schafften es nur 54 in die Wertung. Der zweite Durchgang startet nicht vor 08.00 Uhr MEZ und damit 1:15 Stunden später als ursprünglich angesetzt. Es werden ob des starken Schneefalls intensive Arbeiten auf der Piste durchgeführt.


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