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Erster Schneefall bringt Programm in Peking durcheinander

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Der erste Schneefall seit Jahren in der Olympia-Region hat das Programm bei den Winterspielen in Peking durcheinandergebracht. Die Slopestyle-Qualifikation der Frauen in Zhangjiakou musste am Sonntag ebenso abgesagt werden wie das zweite Abfahrtstraining der Frauen in Yanqing. Lauf eins des Herren-Riesentorlaufs ging bei intensivem Schneefall und äußerst grenzwertigen Bedingungen über die Bühne, die Entscheidung musste verschoben werden.

Die chinesische Meteorologieanstalt hatte für Sonntag eine Wintersturm-Warnung ausgegeben sowie intensiven Schneefall für den nördlichen Teil des riesigen Landes inklusive der Region Peking angekündigt. Der offenbar erste Schneefall seit langem hatte bereits am Samstag in Zhangjiakou begonnen und intensivierte sich am Sonntag sowie breitete sich nach Yanqing und sogar Peking aus. Die Temperaturen sanken teilweise auf bis zu minus 16 Grad.

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Im Vorfeld der Spiele hatten sich Kritiker darüber mokiert, dass in der Olympia-Region um Peking natürlicher Schneefall kaum vorkommt. Alle Schneesport-Disziplinen werden deshalb auf Kunstschnee gefahren. Peking ist die erste Stadt überhaupt, die Sommer- und Winterspiele ausgetragen hat.

Die „blaue“ Blizzard-Warnung ist die niedrigste Stufe der vierteiligen Unwetter-Alarmskala in China. Bis zu vier Zentimeter Schnee in manchen Gebieten waren in der Prognose inkludiert. Die Menschen sollten auf nicht unbedingt notwendige Freiluft-Aktivitäten verzichten, hieß es. In Yanqing war bis zu den Mittagsstunden deutlich mehr zusammengekommen.

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Im Genting Snow Park, 180 Kilometer nördlich von Peking, sorgten heftiger Wind und Schneefall für schlechte Sicht und letztlich eine frühe Verschiebung der Ski-Slopestyle-Quali der Frauen auf Montag. „Es wäre chancenlos gewesen“, begrüßte Österreichs Chefcoach Martin Premstaller die Absage.

Das Schlechtwetter in Zhangjiakou sorgte für eine komplette Termin-Umstellung bei den Ski-Freestylern. Alle Qualifikationen und Entscheidungen finden nun um einen Tag später als ursprünglich geplant statt. Die Qualifikation der Frauen ist nun am Montag angesetzt, das Finale am Dienstag. Die Männer mit Matej Svancer und Daniel Bacher greifen statt am Montag erst am Dienstag ins Geschehen ein, das Finale steigt am Mittwoch.

Im ÖOC-Lager war man über die wetterbedingte Verschiebung nicht traurig, weil Lara Wolf bei einem Trainingsaufprall einen Beckenprellung erlitten hat und mehrere Trainings auslassen musste. Ihr Einsatz war ungewiss.

Beim Riesentorlauf der Männer kamen nur 54 der 89 Starter wegen der widrigen und gefährlichen Bedingungen nach Lauf eins in die Wertung. Die Finalisierung des Bewerbes stand zunächst auf wackeligen Beinen. Der Start des zweiten Durchgangs wurde wegen der notwendigen Arbeiten an der Piste um über eine Stunde verschoben, dann ging das Finale aber planmäßig über die Bühne.

Deutlich weniger Probleme hatten die Bobfahrerinnen in Yanqing. Der Schneefall habe auf der nahezu komplett abgedeckten Bahn keine Rolle gespielt. Nur am Startbereich sei der Niederschlag ein wenig unangenehm gewesen, sagte die Österreicherin Kathrin Beierl während der ersten beiden Läufe im Monobob.

Für Montag ist strahlender Sonnenschein angesagt - „Winter Wonderland“ garantiert. Trotzdem wird es bei den Abfahrts-Frauen nur einen weiteren Trainingslauf geben. Zunächst hatte man gehofft, zwei durchführen zu können. Die Strecke „Rock“ ist für alle Neuland und das erste Abtasten am Samstag nützten viele Rennläuferinnen nur für eine Besichtigungsfahrt. Die Abfahrt ist für Dienstag angesetzt.

„Im oberen Teil war auch noch Wind dazu, so war es heute nicht möglich“, sagte ÖSV-Frauen-Rennsportleiter Christian Mitter. Ramona Siebenhofer, Mirjam Puchner und Cornelia Hütter haben einen Fixplatz für die Abfahrt, Christine Scheyer und Tamara Tippler fahren den vierten Startplatz in einer Qualifikation aus. Ariane Rädler wird wegen Knieproblemen vorzeitig die Heimreise antreten.


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