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Herzog mit Lauf nach Plan wie 2018 über 500 m Vierte

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Wie vor vier Jahren Vierte, Vanessa Herzog hat am Sonntag in Peking ein olympisches Deja-vu gehabt. In 37,28 Sek. markierte die Eisschnellläuferin über 500 m eine Zeit, mit der sie in Südkorea 2018 Silber geholt hätte. Damals fehlten 0,17 Sek. auf Bronze, diesmal 0,07. Es gewann die US-Amerikanerin Erin Jackson in 37,04 vor der Japanerin Miho Takagi (37,12) und der Russin Angelina Golikowa (37,21). Herzog tritt noch über 1.000 m (Donnerstag) und im Massenstart (Samstag) an.

Herzog war aufgrund nur eines Weltcup-Antretens in dieser Saison schon im vierten von 15 Paaren gestartet, mit einer guten Zeit wollte sie die starke nachfolgende Konkurrenz schocken. Manager, Trainer und Ehemann Thomas Herzog hatte vor dem Rennen die Marke von 37,29 Sek. auf einen Zettel geschrieben, traf es fast punktgenau. „Wir haben gedacht, 37,2 reicht für eine Medaille. Es hat auch gereicht, allerdings 37,21 und nicht 37,28. Es war knapp.“

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Seine Frau sei ein sehr gutes Rennen gefahren. Mit Jackson und Golikowa waren die beiden am stärksten eingeschätzten Athletinnen dann auch vorne, nicht auf der Rechnung hatte man Takagi. Die Allrounderin lief mit Herzog und düpierte sie um 0,16 Sek. „Ich habe gewusst, sie ist sehr schwer zu schlagen“, meinte die Tirolerin über die auch Olympia-Zweite über 1.500 m. „Ich habe schon gedacht, dass ich schneller bin. Aber heute war sie schneller.“

Mit ihrer Leistung war die 26-Jährige sehr zufrieden. Die Startzeit war mit 10,46 Sek. so wie gewünscht, auch die Runde habe gepasst. „Das war die schnellste Zeit, die ich heuer gefahren bin, drei Mädels waren aber schneller.“ Wertvoll machte die Zeit vor allem die Vorgeschichte Herzogs mit zwei 2021 erlittenen Bandscheibenvorfällen, das Lösen des Olympia-Tickets in Salt Lake City in einer „Harakiri“-Aktion und die fehlende Wettkampfpraxis in diesem Winter.

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Das davor letzte internationale Rennen in fittem Zustand sei sie vor einem Jahr bei den Weltmeisterschaften in Heerenveen gefahren, gab Thomas Herzog an. „Ich bin richtig stolz auf Vanessa“, meinte er dann auch folgerichtig. „Der vierte Platz ist aber der undankbare Lohn für die harte Arbeit.“ Sie hat den Start von 10,6 auf 10,4 runtergebracht, ist eine gute Runde gefahren, und dann reicht es um zwei Zehntel nicht. Happy bin ich nicht, aber stolz bin ich trotzdem.“

Entscheidend sei womöglich die Zielgerade gewesen, auf der sich die 500-Weltmeisterin von 2019 von Takagi etwas habe ablenken lassen. Die Überraschung über die Stärke der Konkurrentin wirkte auf die Nebenbahn. „Sie hat ein bisschen die Position verloren“, analysierte der Coach. Die Sportlerin selbst hatte danach noch lange Hoffnung auf die Medaille, vor allem nachdem alle drei Niederländerinnen hinter ihr geblieben waren. Erst im vorletzten Paar flog sie vom Podest.

Ihr Ehemann hatte nach der starken Leistung Takagis nicht unbedingt mehr mit der Medaille gerechnet, und er sollte Recht behalten. „Die Miho war nicht wirklich auf der Liste. Aber ein vierter Platz ist besser als ein sechster oder achter. Man muss einmal Vierte werden und besonders nach so einer Vorbereitung“, betonte Thomas Herzog. Und sein Schützling brachte es auf den Punkt: „Das war die beste Vanessa, nur die Zeit hat halt nicht gereicht für eine Medaille.“

Überrascht zeigte sich Österreichs Sportlerin des Jahres 2019, dass es erstmals bei diesen Titelkämpfen keinen olympischen Rekord gegeben hat. Jackson verpasste die von Nao Kodaira 2018 fixierte Marke um eine Zehntel. Die Japanerin kam in 38,09 Sek. nur auf Platz 17. Kodaira wird wie Herzog am Donnerstag über 1.000 m antreten. Der Massenstart ist für Samstag angesetzt. Vanessa Herzog schaut aber schon weiter: „In vier Jahren dann, in Mailand.“


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