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Cineastisches Comeback: Rettungsaktion für das Bellaria Kino

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Der Weihnachtstag 2019 war - Heiliger Abend hin oder her - ein trauriger Tag für alle Filmfans mit Hang zur Patina. An diesem Tag gingen im Wiener Bellaria Kino nach 107 Jahren endgültig die Lichter aus. Bald aber sollen die Vorführprojektoren wieder angeworfen werden. Die Betreiber des Votiv Kinos und zwei Cafetiers wollen das Lichtspielhaus nämlich wiederbeleben und starten dafür am Dienstag eine Crowdfunding-Kampagne.

Die Geldsammelaktion für das Comeback soll „im Idealfall“ 95.000 Euro einbringen, wie es gegenüber der APA heißt. Diese Summe ist nötig, um eines der ältesten Kinos der Stadt technisch auf Vordermann zu bringen. Denn ohne umfangreiche Schallschutzmaßnahmen könne die Location leider nicht wiedereröffnet werden. Und aus den laufenden Erträgen könne man die kostspieligen Arbeiten nicht stemmen, betont man.

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Zuletzt beglückte das knapp 250 Menschen fassende Bellaria vor allem die ältere Generation bzw. Retrofans, spielte man doch vor allem heimische Streifen aus den 1930- bis 1960er-Jahren - von Hans Moser bis Franz Antel. Welches Zielpublikum will man künftig in der Einsaalinstitution hinter dem Volkstheater begrüßen? „Es soll ein Nachbarschaftskino für Stammgäste genauso wie für junge Filmenthusiast:innen werden. Ideen für Spezialreihen gibt es genug: Kulinarisches Kino, Trash Filmreihe, Schwarz-Weiß Filmabende. Außerdem soll es ein Festival-Spielort werden“, verrät Michael Stejskal, einer der Votiv-Betreiber, schon einige Ideen für die Filmprogrammierung. Als realistischen Eröffnungszeitraum strebt man in jedem Fall noch heuer an.

„Gerade in Zeiten wie diesen, inmitten einer Pandemie, überbordender Streaming-Angebote und großer Multiplex-Dichte wollen wir zeigen, dass dieser besondere Ort ein Bedürfnis trifft und wieder ein Fixstern der Wiener Kinolandschaft werden kann“, lautet die Mission des Rettungsteams.

Aber nicht nur mit cineastischen Gustostückerln, auch mit Kulinarik will man wieder Publikum anlocken. Denn auch die Gastronomen Moritz Baier und Daniel Botros, die bereits die hippen Cafes Liebling und Burggasse 24 betreiben, beide wie das Bellaria in Neubau gelegen, sind mit an Bord. Sie planen ein „gemütliches Lokal, das über die Spielzeiten hinaus geöffnet hat“, wie sie wissen lassen. Dafür soll der einstige Gastrobereich erneuert und ausgebaut werden.

spenden. Als prominenter wie generationenübergreifender Unterstützertross haben sich bereits Waltraut Haas, Brigitte Bierlein, Josef Hader, Thomas Stipsits, Verena Altenberger oder Skero angesagt.


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