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2021 sind mehr Schnellfahrer erwischt worden als 2020

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Die heimische Polizei hat im Vorjahr 5.115.525 Schnellfahrer ertappt. Das sind um 2,6 Prozent mehr als 2020, aber immer noch deutlich weniger als in der Vor-Coronazeit. 2019 waren 5.947.985 Autolenker aktenkundig zu schnell unterwegs. Das geht aus der Verkehrsüberwachungsstatistik 2021 hervor, die das Innenministerium am Mittwoch veröffentlichte. Rund ein Fünftel der Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden in Niederösterreich registriert.

Der Rückgang gegenüber dem Jahr vor der Pandemie zieht sich aber nicht quer durch alle Delikte: So wurden deutlich mehr Menschen am Telefon ohne Freisprechanlage erwischt. 2019 waren es knapp 124.000 Telefonierer, 2021 beinahe 128.500. Eklatant ist vor allem der Anstieg bei den ertappten Drogenlenkern: Von 4.364 Drogenanzeigen im Straßenverkehr 2019 stieg diese Zahl auf 6.338 im Vorjahr - auch gegenüber 2020 ein Anstieg um 14,8 Prozent. Das Plus sei unter anderem auf eine verbesserte Ausbildung von Exekutivbediensteten für den Einsatz der in einem Pilotprojekt erprobten Speichelvortestgeräte zur Erkennung von potenziellen Drogenlenkern sowie dem operativen Einsatz von Amtsärzten bei Schwerpunktaktionen im Straßenverkehr zurückzuführen, so das Innenministerium.

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Etwa 4,2 Millionen der Übertretungen wurden von Radargeräten gemessen, weitere rund 640.000 Fahrzeuglenkerinnen und -lenker wurden mit Lasermessgeräten ertappt und etwa 270.000 von Zivilstreifen und durch Section-Control-Anlagen, von denen es derzeit neun stationäre und mehrere mobile gibt. „Die Aufgaben für die Polizistinnen und Polizisten waren auch 2021 vor allem durch die Corona-Pandemie geprägt“, sagte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP). Diese Bilanz zeige dennoch, „dass traditionelle Aufgaben wie die Verkehrsüberwachung nicht vernachlässigt wurden und auch in Zukunft nicht vernachlässigt werden dürfen“.

Bei den Polizeikontrollen im Straßenverkehr gehe es „um die Unfallprävention und die Regeleinhaltung“, betonte Karner. „Das Ziel von Kontrollen ist, die sichtbare Präsenz der Polizistinnen und Polizisten an unfallträchtigen oder gefährlichen Stellen zu verstärken. Durch punktgenaue Maßnahmen sollen rücksichtslose und verantwortungslose Lenker zum Schutz der übrigen Verkehrsteilnehmer aus dem Verkehr gezogen werden.“

Gegenüber 2020 gab es bei den Alkoholkontrollen durch Alkomaten sowie Vortestgeräte eine deutliche Steigerung und - wohl resultierend durch die höhere Zahl an Kontrollen - eine Zunahme der Anzeigen. 1.387.955 Mal wurde im Vorjahr auf eine Beeinträchtigung durch Alkohol kontrolliert, um 13,5 Prozent öfter als 2020. Die Zahl der Anzeigen wegen Alkohol am Steuer stieg von 25.705 im Jahr 2020 um 10,9 Prozent auf 28.498 im Jahr 2021.

Gegenüber 2020 wurden im vergangenen Jahr aber deutlich weniger Drängler erwischt: In 104.888 Fällen wurde von der Polizei festgestellt, dass der vorgeschriebene Sicherheitsabstand beim Hintereinanderfahren zu gering war, was um 7,4 Prozent weniger Fälle als 2020 (113.315) waren. Weiters gab es 88.709 Verstöße gegen die Gurtenpflicht (plus 2,6 Prozent gegenüber 2020), und auch die Beanstandungen wegen mangelnder Kindersicherung wurden häufiger: 6.448 Anzeigen, die auch einen Eintrag im Vormerksystem zur Folge haben, bedeuteten ein Plus um 14,3 Prozent.

Bei Verkehrskontrollen von Lkw und Bussen wurden im Vorjahr 246.551 Anzeigen und Organstrafverfügungen nach dem Kraftfahrgesetz erstattet, um 16,4 Prozent mehr als im Jahr 2020. Der Hauptanteil davon betraf die Nichteinhaltung der gesetzlichen Lenk- und Ruhezeitvorgaben im gewerblichen Güter- und Personenverkehr (94.078), gefolgt von technischen Fahrzeugmängeln an Karosserie, Bremsen und Reifen (81.032), Überladungen (33.165) und mangelnde Ladungssicherung (5.824 Fälle). 28.319 Schwerfahrzeugen und Bussen wurde die Weiterfahrt wegen der Schwere der Verstöße oder Mängel bzw. wegen Gefahr im Verzug untersagt. Auch das waren um 8,7 Prozent mehr als 2020. Außerdem wurden 7.959 Gefahrguttransporte (sogenannte Beförderungseinheiten) im Jahr 2021 einer Kontrolle unterzogen (2020: 8.134). Dabei untersagten die Beamten 509 Beförderungseinheiten die Weiterfahrt wegen Gefahr im Verzug - 2020 waren es 561.

In den ersten Wochen des Jahres 2022 sind übrigens deutlich mehr Menschen auf Österreichs Straßen gestorben als im Vergleichszeitraum 2021. Bis Montag gab es nach den vorläufigen Zahlen des Innenministeriums 34 Verkehrstote, allein in der Vorwoche kamen acht hinzu. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, als im Vergleichszeitraum 22 Menschen auf Österreichs Straßen ums Leben kamen. Gegenüber 2020 sind es weniger, damals starben im Vergleichszeitraum 38 Menschen. Allerdings waren die ersten beiden Monate 2020 noch keine Pandemie-Monate, die ersten Fälle in Österreich wurden erst am 25. Februar 2020 entdeckt.


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