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Selenskyj will in Kiew bleiben

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einer neuen Videobotschaft seinen Durchhaltewillen im Kampf gegen den russischen Angriff bekräftigt. „Wir werden die Waffen nicht niederlegen, wir werden unseren Staat verteidigen“, sagte er in dem Video, in dem er offenbar vor seinem Amtssitz in Kiew stand. Er selbst werde in Kiew bleiben. Zudem wünsche er „allen einen guten Morgen.“ Er wolle kursierende Falschnachrichten widerlegen, wonach er das Land verlassen habe.

„Ich bin hier.“ Das Land müsse verteidigt werden. „Ruhm der Ukraine!“ Der russische Präsident Wladimir Putin hatte zuvor die ukrainische Armee aufgefordert, die Waffen niederzulegen. Das zeichnete sich nicht ab.

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Die Behörden warnten unterdessen vor Straßenkämpfen in der ukrainischen Hauptstadt. „Auf den Straßen unserer Stadt laufen jetzt Kampfhandlungen. Wir bitten darum, Ruhe zu bewahren und maximal vorsichtig zu sein!“, hieß es in der Mitteilung am Samstag. Wer in einem Bunker sei, solle dort bleiben. Im Fall von Luftalarm sollten die Menschen den nächsten Bunker aufsuchen. Die Stadt veröffentlichte eine Karte dazu.

„Wenn Sie zuhause sind, dann gehen sie nicht ans Fenster, gehen sie nicht auf die Balkone.“ Die Menschen sollten sich etwa auch abdecken, um sich vor Verletzungen zu schützen. In Kiew gilt eine Sperrstunde von 22.00 Uhr (21.00 MEZ) bis 07.00 Uhr (6.00 Uhr MEZ) morgens.

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Einem Medienbericht zufolge haben russische Truppen das Kiewer Wasserkraftwerk im Norden der ukrainischen Hauptstadt-Region eingenommen. Die Nachrichtenagentur Interfax meldete dies unter Berufung auf das ukrainische Energieministerium.

Eigenen Angaben zufolge haben die ukrainischen Streitkräfte den russischen Truppen seit Beginn der Invasion schwere Verluste zugefügt. 3.500 russische Soldaten seien getötet und 200 weitere gefangen genommen worden, teilte das ukrainische Militär am Samstag mit. Zudem seien 14 Flugzeuge, acht Hubschrauber und 102 Panzer sowie mehr als 530 weitere Militärfahrzeuge zerstört worden. Unabhängig überprüft können die Angaben aber nicht werden.

In verschiedenen Teilen des Landes werde schwer gekämpft, hieß es in der Mitteilung weiter. In Sumy im Nordosten, Mariupol im Süden und Poltawa im Osten hätten russische Kampfjets Angriffe geflogen. In der Hauptstadt Kiew seien auch zivile Ziele ins Visier genommen worden. Russland hatte am Donnerstag einen großflächigen Angriff auf das Nachbarland gestartet.

Wie das russische Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte, wurde die Stadt Melitopol im Südosten der Ukraine eingenommen. Damit hätten russische Truppen erstmals seit Beginn der Invasion eine größere ukrainische Stadt erobert. Reuters konnte die Angaben nicht unabhängig verifizieren. Ukrainische Behörden waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Das russische Verteidigungsministerium teilte weiter mit, russische Truppen hätten in der Nacht militärische Ziele in der Ukraine mit luft- und schiffsgestützten Marschflugkörpern angegriffen. Hunderte Ziele militärischer Infrastruktur seien getroffen worden. Zudem seien mehrere Flugzeuge und Dutzende Panzer und andere Militärfahrzeuge zerstört worden.

Nach eigenen Angaben setzte Russland seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine am Donnerstag insgesamt mehr als 800 ukrainische Militärobjekte „außer Gefecht“ Dies teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, in Moskau mit. Diese Angaben lassen sich allerdings nicht unabhängig überprüfen. Nach Konaschenkows Darstellung wurden 14 Militärflugplätze, 19 Kommandoposten, 24 Flugabwehr-Raketensysteme vom Typ S-300 und 48 Radarstationen zerstört. Zudem seien acht Marine-Boote der Ukraine getroffen worden.

Konaschenkow sagte außerdem, dass Separatistenkämpfer aus der ostukrainischen Region Luhansk mittlerweile etwa 30 Kilometer in bisher von ukrainischen Regierungstruppen kontrolliertes Gebiet weit vorgerückt seien. Donezker Kämpfer hätten mit russischer Unterstützung weitere Geländegewinne über sechs Kilometer erzielen können. Am Freitagabend hieß es, die Aufständischen seien dort 25 Kilometer weiter in ukrainisches kontrolliertes Gebiet vorgedrungen.


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