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Ukraine stimmt sechs Fluchtkorridoren zu

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Die Ukraine hat der Einrichtung von sechs Fluchtkorridoren für die Rettung von Zivilisten aus belagerten Städten zugestimmt. Menschen aus Enerhodar und Mariupol sollten am Mittwoch nach Saporischschja im Südosten gebracht werden, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk. Für die Bewohner von Wolnowacha ist Pokrowsk vorgesehen, Poltawa für Einwohner aus Sumy. Auch für Isjum im Osten sowie für mehrere Kleinstädte nördlich von Kiew sind Korridore geplant.

Der Waffenstillstand soll demnach bis 20.00 Uhr MEZ gelten. Das Militär habe zugestimmt, dass in dieser Zeit nicht geschossen werde, sagte Wereschtschuk. Die Fluchtrouten seien mit Russland koordiniert und der entsprechende Brief ans Internationale Rote Kreuz geschickt worden. Zuvor hatte auch das russische Verteidigungsministerium eine Feuerpause für mehrere Regionen angekündigt. Zunächst war unklar, ob diese auch halten würde.

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Allein in Mariupol warten nach Angaben des Roten Kreuzes 200.000 Menschen darauf, aus der Stadt zu kommen. Nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz ist die Lage katastrophal.

Sumy etwa können die Menschen nach Angaben des Chefs der Gebietsverwaltung, Dmytro Schywyzkyj, mit eigenen Autos oder mit 22 Bussen verlassen. Dabei werde mit dem Roten Kreuz zusammengearbeitet. 6.700 Menschen sollen aus Sumy bereits gerettet worden sein. Es war bisher der einzige von fünf vereinbarten Fluchtkorridoren, der auch wirklich zu funktionieren schien.

Der Bürgermeister von Enerhodar im Südosten der Ukraine, Dmytro Orlow, sagte, dass ein sogenannter humanitärer Korridor geöffnet werden könne. Die Busse, die in die Stadt führen, brächten Hilfsgüter für die Menschen mit. Auf dem Rückweg nähmen sie Zivilisten mit, die in die nahe gelegene Stadt Saporischschja gehen könnten.

Das US-Verteidigungsministerium berichtete unterdessen von einer neuen russischen Militärkolonne, die von Nordosten her auf Kiew vorrückte. Die Hauptkolonne aus dem Norden war vor mehreren Tagen zum Stillstand gekommen. Kämpfe wurden unter anderem aus Malyn, Mykolajiw und Isjum gemeldet. In Malyn im Gebiet Schytomyr starben drei Erwachsene und zwei Kinder, als Bomben sieben Häuser zerstörten, wie der Zivilschutz in der Nacht auf Mittwoch mitteilte.

Nach Angaben Schywyzkyjs stieg die Zahl der Todesopfer der schweren Luftangriffe auf Sumy auf 22. Darunter seien drei Kinder. Eine Bombe habe ein Privathaus getroffen und dort neun Menschen getötet, schrieb der Chef. Er veröffentlichte Fotos von völlig zerstörten Häusern und Trümmern auf den Straßen. In der Nähe der Großstadt Charkiw starben zwei Menschen, darunter ein sieben Jahre altes Kind, dem Zivilschutz zufolge beim Einschlag eines Geschoßes in ein Wohnhaus. Die Angaben sind unabhängig nicht zu prüfen.


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