Entgeltliche Einschaltung

Russische Angriffe auf mehrere ukrainische Städte

  • Artikel
  • Diskussion

Die militärischen Fronten in der Ukraine scheinen derzeit weitgehend statisch. Nach ukrainischen Angaben gab es wieder Angriffe auf mehrere Städte und dabei Tote und viele Verletzte. Ukrainische Kräfte hätten die Angreifer zurückgeschlagen, hieß es im ukrainischen Lagebericht am Mittwoch. Laut US-Berichten wurden unter anderem aus Malyn, Mykolajiw und Isjum Kämpfe gemeldet. Die Angaben der Kriegsparteien sind nicht unabhängig zu überprüfen.

Seiten des Ukraine war in der Früh vielfach von einer vergleichsweise ruhigen Nacht die Rede, etwa rund um die Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer sowie in den Gebieten Poltawa und Sumy - dort wurden Fluchtkorridore eingerichtet. Im Gebiet Saporischschja im Südosten der Ukraine hätten russische Truppen ihre Offensive wieder aufgenommen, das Tempo des Vormarsches habe sich aber verlangsamt. In Tschernihiw habe es Luftalarme gegeben. Zehn Wohnhäuser am Stadtrand seien beschossen worden.

Entgeltliche Einschaltung

Das britische Verteidigungsministerium erklärte auf Twitter, nordwestlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew werde weiter gekämpft, doch hätten die russischen Truppen dort keinen entscheidenden Durchbruch erreicht. Die ukrainische Luftabwehr habe offenbar Erfolge. Die Städte Charkiw, Tschernihiw, Sumy und Mariupol seien weiter eingeschlossen.

Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland einen Angriff auf eine Geburtsklinik in der umkämpften Hafenstadt Mariupol vor. Er veröffentlichte am Mittwoch im Kurznachrichtendienst Twitter ein Video, das völlig verwüstete Räume der Klinik zeigen soll. Von russischer Seite lag zunächst keine Stellungnahme vor. Moskau betont stets, keine zivilen Ziele zu attackieren.

Jetzt einen von drei Weber Grill gewinnen

TT-ePaper 4 Wochen gratis ausprobieren, ohne automatische Verlängerung

Das US-Verteidigungsministerium berichtete zudem von einer neuen russischen Militärkolonne, die von Nordosten her auf Kiew vorrückte. Die Hauptkolonne aus dem Norden war vor mehreren Tagen zum Stillstand gekommen.

Mitglieder der russischen Nationalgarde haben nach Angaben des ukrainischen Militärs unterdessen mehr als 400 Demonstranten in der ukrainischen Region Cherson festgenommen. Die Menschen hätten gegen die Besetzung ihrer Heimatorte protestiert. „Aufgrund des wütenden Widerstands der Bewohner von Cherson versuchen die Besatzer, eine von der Polizei geführte Verwaltung einzurichten“, heißt es in einer Erklärung des ukrainischen Militäroberkommandos.

Russland räumte den Einsatz von Wehrpflichtigen im Krieg ein. Das Moskauer Verteidigungsministerium betonte am Mittwoch allerdings, dass dies nicht von der Führung genehmigt worden sei. Auf Befehl von Präsident Wladimir Putin werde die Militärstaatsanwaltschaft diese Fälle untersuchen und die Verantwortlichen bestrafen. Putin hatte mehrmals bestritten, dass Wehrpflichtige in der Ukraine kämpfen.

Am Donnerstag wollen der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein ukrainischer Kollege Dmytro Kuleba zu Gesprächen im türkischen Antalya zusammenkommen. Angekündigt sind Verhandlungen gemeinsam mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu.

In einem Interview mit der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“ meinte Selenskyj, dass ganz Europa wegen Russland besorgt sein sollte. „Tatsächlich ist der gesamte Kontinent in Gefahr, solange Russland die Möglichkeit hat, einen anderen Staat anzugreifen. Er will Europa auseinanderreißen, genau wie die Ukraine“, so Seleskyj. „Ich bin sicher, dass auch Polen bedroht ist.“ Zudem habe Putin auch die Republik Moldau, Georgien und das Baltikum im Visier.


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung