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Russland fordert von Italien Rückgabe aller Kunst-Leihgaben

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Der Ukraine-Krieg wirkt sich negativ auf Kunst und Museen aus. Das russische Kulturministerium hat seine Institutionen aufgefordert, alle Leihgaben aus dem Ausland zurückzuholen. So erhielt der Direktor des Palazzo Reale in Mailand einen Brief vom Eremitage-Museum in Sankt Petersburg, mit dem die Rückgabe der Werke gefordert wurde, die derzeit im Rahmen einer großen Tizian-Schau ausgestellt sind.

Die Eremitage will vom Palazzo Reale 25 Werke zurückerhalten, die derzeit im Rahmen der bis zum 5. Juni laufenden Ausstellung „Tizian und das Frauenbild im Venedig des 16. Jahrhunderts“ zu sehen sind. Zu ihnen zählen 19 Bilder italienischer Künstler, darunter Tizians Meisterwerk „Junge Frau mit Federhut“ aus dem Jahr 1536. Mehrere dieser Werke waren im 18. Jahrhundert von der russischen Kaiserin Katharina II. in Italien erworben und nach Russland gebracht worden.

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„Gemäß der Entscheidung des russischen Kulturministeriums müssen alle Objekte aus dem Ausland an Russland zurückgegeben werden, und wie Sie wissen, ist die Eremitage ein staatliches Museum, das vom Kulturministerium abhängig ist“, heißt es im Schreiben des Direktors Mikhail Piotrowski an seinem Kollegen am Mailänder Palazzo Reale, Domenico Piraina. Die Bitte ist, die Verpackung und den Versand zu organisieren. „Ich habe volles Verständnis dafür, dass diese Entscheidung für Sie mit großem Leid und Unannehmlichkeiten verbunden ist, und ich hoffe auf Ihr Verständnis“, fügte Piotrowski hinzu.

Das Museum fordert auch die Rückgabe von 25 Werken, die im Rahmen einer der Grand Tour gewidmeten Ausstellung in der Gallerie d‘Italia in Mailand zu sehen sind. Auch Pablo Picassos „Junge Frau“, die bis zum 15. Mai im Sitz der Fendi Stiftung in Rom ausgestellt ist, soll nach Russland zurückkehren. Weitere russische Werke müssen aus dem Palazzo Roverella in der norditalienischen Stadt Rovigo zurückkehren. Hier war am 26. Februar eine große Kandinsky-Ausstellung mit 80 Werken des großen russischen Malers eröffnet worden, von denen die meisten aus russischen Museen und Privatsammlungen stammen.

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Der italienische Kulturminister Dario Franceschini reagierte gelassen. „Es ist selbstverständlich, dass ein Eigentümer, der um die Rückgabe seiner Werke bittet, diese auch zurückerhält“, kommentierte der Minister. Das italienische Kulturministerium hat inzwischen in einem Rundschreiben die sofortige Aussetzung aller Aktivitäten im Zusammenhang mit der Initiative „Gemeinsames Jahr der italienisch-russischen Museen“ angeordnet, was auch die Beendigung aller „institutionellen Kulturförderungsaktivitäten“ mit der Russischen Föderation einschließt. Jegliche Form von Partnerschaft und Zusammenarbeit mit russischen Kulturinstitutionen wird somit beendet.


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