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Aber „Halo“: Österreich schickt Dancepop zum Song Contest

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Österreich bleibt seinen religiös angehauchten Song-Contest-Titeln treu. Nachdem im Vorjahr Vincent Bueno in Rotterdam mit „Amen“ ins Rennen ging (und im Halbfinale scheiterte), treten 2022 in Turin LUM!X und Pia Maria mit „Halo“ an - also dem Heiligenschein. Die beiden Teenager - Österreichs erstes Mann-Frau-Duo seit Lizzi Engstler und Fritz 1982 mit „Sonntag“ - wollen am 10. Mai im 1. Halbfinale mit einem Dancesong reüssieren, der am Freitag im Ö3-Wecker Premiere feierte.

Das dazugehörige, im Kunsthistorischen Museum gedrehte Video gibt es dann am Abend bei Andi Knoll ab 20.03 Uhr in ORF 1 zu sehen, wenn der ESC-Experte „Unseren Song für Turin“ vorstellt. „Es ist eine elektronische Nummer in meinem Stil, aber auch radiotauglich. Das war mir wichtig. Im Prozess habe ich deshalb den 80s-Beat durch Kick ‚n Bass ersetzt“, zeigte sich der 19-jährige Erfolgs-DJ LUM!X im APA-Gespräch überzeugt von den Erfolgsaussichten seiner Nummer.

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Und am Zug zum Tor lässt der gebürtige Oberösterreicher mit teils italienischen Wurzeln auch keinen Zweifel: „Wir sind zielstrebig. Wir fahren dort hin, um unsere Musik auf die Bühne zu bringen und zu gewinnen. Ihr fragt ja auch keinen Skifahrer, ob er Vierter werden will.“ Dezidiert auf den religiösen Aspekt des Heiligenschein habe man dabei nicht abgezielt, „aber der Halo ist schon ein Sinnbild für den Schutzengel, den wir jetzt alle brauchen“.

In jedem Falle brauchen die Fans ein Handtuch bei dem als klassische Tanznummer angelegten Beitrag. „Nach der Zeit braucht jeder einen Pusher, der ihm einheizt“, zeigt sich auch die 18-jährige Pia Maria überzeugt vom Ansatz, nicht in die ruhige Balladenrichtung zu gehen, sondern aufs Tempo zu drücken.

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Das sieht auch die neue ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz so, die sich dezidiert für die bewusst fröhliche Nummer aussprach. „Als wir die Entscheidung getroffen haben, standen wir noch sehr unter dem Eindruck der Pandemie, da der Ukraine-Krieg noch nicht begonnen hatte. Aber ich glaube dennoch, dass es die richtige Stimmung ist, die wir vermitteln wollen.“

Und Groiss-Horowitz hat als einstige ESC-Delegationsleiterin selbst eine lange Beziehung zum Wettbewerb. „Es ist etwas, das mich nicht kalt lässt - in die eine oder andere Richtung“, macht sie am APA-Gespräch deutlich. Und nun sollen also LUM!X und Pia Maria als „Stimmungsaufheller für Europa“ in Turin ihr Bestes geben: „Sie sind Vertreter einer Generation, auf die Einiges zukommen wird in den nächsten Jahren. Und da wollen wir alle ein bisschen Fröhlichkeit, ein bisschen Pause, ein bisschen Aufatmen.“

Einen Siegertipp hat die 45-Jährige allerdings auch schon. „Heuer wird wahrscheinlich die Ukraine keine schlechten Voraussetzungen haben, um den Zuspruch, den man in ganz Europa spürt, auch in Punkte umzumünzen.“ Dementsprechend könnte das Kalush Orchestra mit seiner Folklore-Hip-Hop-Nummer „Stefania“ die ESC-Krone erlangen.

Auch der routinierte österreichische Delegationsleiter Stefan Zechner macht deutlich, dass bei aller Völkerverbindung das Musikevent von der Entwicklung der Welt nicht unbeschadet geblieben ist: „Die Unbeschwertheit des Song Contest ist in den vergangenen Jahren ein bisschen flöten gegangen.“ Da sei „Halo“ auch ein bewusstes Zeichen: „Es ist eine Nummer, die zeigt, dass es ein bisschen Freude im Leben gibt.“

Nun kommt es also auf die beiden Österreich-Kandidaten an, wobei vor allem LUM!X vulgo Luca Michlmayr bereits große Erfahrung im Business hat, kann der gebürtige Mühlviertler doch alleine für seine Single „Monster“ auf über 90 Millionen YouTube-Views verweisen. Insgesamt knackte LUM!X bereits die Marke von 500 Millionen Streams. Und auch der heurige ESC-Standort Turin ist dem 19-Jährigen, der beim Label Spinnin‘ Records unter Vertrag steht, wohlvertraut, hat der Sohn einer italienischen Mutter doch einige Zeit in der Fiat-Stadt gelebt.

Eine echte Newcomerin ist indes die aus Tirol stammende Pia Maria mit ihren 18 Jahren. Die gelernte Maskenbildnerin schreibt seit ihrem 16. Lebensjahr eigene Songs und wird nun an der Seite von LUM!X ihren ersten großen internationalen Auftritt haben. Der ist für den 10. Mai auf der Weltbühne der Halle Pala alpitour angesetzt, die unter Normalbedingungen 15.000 Menschen Platz bietet. Plus knapp 200 Millionen ESC-Fernsehzuschauer weltweit. Der Sieg der italienischen Rockband Måneskin in Rotterdam hatte den Bewerb in die italienische Industriemetropole Turin geholt.

Hier treten heuer 40 Nationen mit ihren Künstlerinnen und Künstlern an, wobei Russland wegen des Angriffs auf die Ukraine zuletzt vom Bewerb ausgeschlossen wurde. Die beiden Halbfinals sind dabei auf den 10. und 12. Mai programmiert, das Große Finale wird am 14. Mai über die Bühne gehen. Als Moderatoren fungieren neben dem italienischen TV-Presenter Alessandro Cattelan die beiden Popstars Mika und Laura Pausini.

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