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Kiew: Mehr als ein Dutzend Fluchtkorridore geplant

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Zur Rettung der Zivilbevölkerung aus umkämpften ukrainischen Städten sind nach Angaben aus Kiew Samstag früh mehr als ein Dutzend Fluchtkorridore geplant gewesen. Aus Saporischschja habe sich erneut ein Konvoi mit Hilfsgütern und Bussen auf den Weg in die belagerte Hafenstadt Mariupol gemacht, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk. Es ist bereits der fünfte Versuch, die Stadt am Asowschen Meer zu erreichen. Unterdessen setzte die russische Armee ihre Angriffe fort.

Bisher kamen die vereinbarten Korridore nie zustande. Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld am Scheitern. Die prorussischen Separatisten brachten nach eigenen Angaben seit Freitag 217 Zivilisten aus Mariupol in Sicherheit.

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Wereschtschuk sagte, es gebe auch Korridore für mehrere Orte nordwestlich von Kiew, unter anderem Hostomel, Makariw und Borodjanka. Dort hat sich die russische Armee seit Tagen festgesetzt und versucht weiter, die Hauptstadt auch von Westen her zu blockieren. Außerdem gab es erneut im Nordosten des Landes Evakuierungsversuche, unter anderem aus der Stadt Sumy.

Die russische Armee setzte nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau ihre Angriffe indes weiter fort. In der Nähe der Hauptstadt Kiew seien eine Luftwaffenbasis in Wassylkiw und das nachrichtendienstliche Aufklärungszentrum der ukrainischen Streitkräfte in Browary außer Gefecht gesetzt worden, teilte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow am Samstag in Moskau mit.

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Den russischen Angaben zufolge nahmen die eigenen Truppen und jene der Separatisten aus Luhansk und Donezk zudem erneut zahlreiche Ortschaften im Osten der Ukraine ein. Zu Beginn des Krieges am 24. Februar hatten die Separatisten rund 30 Prozent der Regionen unter ihrer Kontrolle. Nun sind es nach ukrainischen Angaben im Gebiet Luhansk bereits 70 Prozent. Auch das russische Militär hatte zuletzt mitgeteilt, es fehle nicht mehr viel bis zur vollständigen Einnahme des Gebietes Luhansk. Überprüfbar waren die russischen Militärangaben nicht.

Wie Generalmajow Konaschenkow weiter mitteilte, wurden erneut auch fünf Kampfdrohnen abgeschossen. Insgesamt seien bisher rund 3.500 Objekte der militärischen Infrastruktur des Landes zerstört worden, darunter auch mehr als 1.000 Panzer und andere gepanzerte Militärfahrzeuge. Russland hat den Angriff auf die Ukraine unter anderem damit begründet, das Land entmilitarisieren zu wollen.


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