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Lamparters Kraftakt unbelohnt: Weltcup-Zweiter hinter Riiber

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Johannes Lamparter hat den packenden Zweikampf um den Gesamtweltcup in der Nordischen Kombination verloren. Der Tiroler Jungstar (20) lieferte im letzten Saisonbewerb in Schonach am Sonntag als Zweiter erbitterten Widerstand, konnte den vierten Streich des Kombinierer-Königs Jarl Magnus Riiber in Folge nur knapp nicht verhindern. Der erst 24-jährige Norweger fixierte den Triumph erst auf den allerletzten Metern und ausgerechnet mit dem nun alleinigen Sieg-Rekord (49).

Lamparter blieb am Ende einer außerordentlichen Saison Platz zwei in der Tages- und Gesamtwertung. Nach zwischenzeitlicher Führung zog er um 21 Punkte in der Endabrechnung den Kürzeren. Am Sonntag klappte die Aufholjagd, nicht aber die Krönung. „Zum Schluss haben mir die Kräfte ein bisschen gefehlt“, sagte Lamparter nach einem „geilen Fight“ mit Riiber und 4,2 Sekunden Rückstand. „Ich bin mega, mega stolz, was ich diese Saison geleistet habe.“

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Der ehemalige Gewichtheber Lamparter ist heuer endgültig zu einem Schwergewicht im Kombinierer-Zirkus aufgestiegen. Zwar verpasste der vierfache Juniorenweltmeister bei den Olympischen Spielen in Peking eigentlich eingeplantes Edelmetall, doch im Weltcup war der Weltmeister aus Rum oft zur Stelle: 14 Stockerlplätze, darunter drei Weltcupsiege und neun zweite Plätze sprechen für sich.

Nur einer stemmte die Saison in Summe besser. Dass der vier Jahre ältere Riiber einen Kraftakt im letzten Weltcup-Wochenende benötigte, hat auch gesundheitliche Gründe. Unter anderem wegen Rückenproblemen absolvierte er fünf Bewerbe weniger als Lamparter. Wenn Riiber am Start stand, siegte er nur zweimal nicht.

Die erfolgreiche Titelverteidigung - nur der Deutsche Eric Frenzel gewann öfter (5) - lässt Riiber die Enttäuschung beim Jahreshighlight Olympia, wo er wegen einer Corona-Infektion leer ausging, nun vielleicht leichter verwinden. „Diese Saison war er der bessere, ich konnte es ausnutzen, als er nicht am Start war. Das spricht für eine coole Zukunft“, sagte Lamparter, der seinen Widersacher nach dem Zieleinlauf fair umarmte.

Ein mickriger Punkt hatte die beiden vor der Entscheidung getrennt. Als Dritter nach dem Springen hätte Lamparter den zweitplatzierten Riiber im 10-km-Langlaufrennen noch abfangen müssen. Die 28 Sekunden Vorsprung, die Riiber dank seines um siebeneinhalb Meter weiteren Versuchs herausgesprungen hatte, holte Lamparter auf. Doch Riiber agierte im Finish im Stile eines Champions, der nun auch den Finnen Hannu Manninen an Einzelsiegen übertroffen hat.

Lamparter hatte vor der Entscheidung volles Risiko versprochen. Die Lücke wurde dann tatsächlich immer kleiner. Nach sieben Kilometern war Lamparter bis auf vier Sekunden am mittlerweile Solo-Führenden Riiber dran, einen Kilometer vor dem Ziel hatte er endgültig zum Norweger aufgeschlossen. Doch dieser packte seine ganze Routine und die größeren Kraftreserven aus und setzte sich auf den finalen 300 Metern entscheidend vom Verfolger ab. Der bis dato letzte österreichische Gesamtsieger heißt damit weiter Felix Gottwald (2000/01).

Lobende Worte waren Lamparter nach dem Showdown trotzdem gewiss. „Dieser Abschluss zeichnet seinen Charakter aus und das, was er als Sportler in jungen Jahren so darstellt. Das ist bewundernswert und toll, so einen Athleten in unseren Reihen zu haben“, sagte Ex-Profi und Skisprung-Trainer Christoph Bieler, der den wegen Corona beim Saisonfinale fehlenden Cheftrainer Christoph Eugen vertrat. „Wir sind unglaublich stolz und doch ein bisschen traurig, dass es so knapp nicht gereicht hat.“

Zweitbester Österreicher wurde am Sonntag der Halbzeitvierte Mario Seidl auf Platz 13. Lukas Klapfer (36) beendete seine Karriere mit einem 16. Platz. Neben einem Weltcupsieg (2015/Schonach) zierten fünf Bronze-Medaillen bei Großereignissen seinen Weg. Vier Medaillen (je zwei Olympia, WM) holte der Steirer im Team, 2018 gelang ihm zusätzlich Einzel-Bronze von der Normalschanze. Die weiteren Österreicher zum Abschluss: Philipp Orter (17.), Franz-Josef Rehrl (21.), Lukas Greiderer (22.), Martin Fritz (32.).

Bei den Frauen setzte sich ebenfalls eine Norwegerin die Krone auf. Der Weltcupsieg von Gyda Westvold Hansen war längst als Gesamtweltcupsiegerin festgestanden, sie beendete die Saison standesgemäß mit einem Sieg. Lisa Hirner landete als beste ÖSV-Frau auf Platz neun.


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