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Linke geht gestärkt aus Parlamentswahl in Kolumbien hervor

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Zweieinhalb Monate vor der Präsidentschaftswahl in Kolumbien hat sich das linke Wahlbündnis „Pacto Histórico“ bei der Parlamentswahl neben der liberalen und der konservativen Partei etabliert. Nach Auszählung von 99,41 Prozent der Stimmen kam die liberale Partei am Sonntag auf 32 Sitze im Repräsentantenhaus und 15 Sitze im Senat. Der „Pacto Histórico“ erreichte ebenso wie die Konservativen 25 Sitze im Repräsentantenhaus und 16 Senatssitze.

Die Wahl galt als Stimmungstest für die Präsidentschaftswahl in dem südamerikanischen Land am 29. Mai. „Danke kolumbianisches Volk für diesen Sieg“, schrieb der Kandidat der Linken, der ehemalige Guerillero und früheren Bürgermeister der Hauptstadt Bogotá, Gustavo Petro, am Montag auf Twitter. Der Mitte-Kandidat Sergio Fajardo und der Konservative Federico Gutiérrez, beide Ex-Bürgermeister von Medellín, gewannen die Vorwahlen ihrer jeweiligen Koalitionen.

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Die ehemalige Farc-Geisel Ingrid Betancourt schrieb sich bereits vor wenigen Tagen 20 Jahre nach ihrer Entführung offiziell wieder als Kandidatin für die Grüne Partei ein. Der derzeitige Staatschef Iván Duque darf nicht mehr antreten, weil die Verfassung eine Wiederwahl nicht vorsieht. Seine Partei „Centro Democrático“ kam nur auf 16 Sitze im Repräsentantenhaus und 14 Sitze im Senat. Petro hatte bei der Präsidentschaftswahl 2018 gegen Duque verloren. Kolumbien ist gesellschaftlich und politisch traditionell konservativ.

Überschattet wurde der Wahltag von Bombenanschlägen, bei denen mindestens zwei Soldaten ums Leben kamen. Sie wurden den Streitkräften zufolge bei Explosionen in den Departements Caquetá und Meta getötet. Zwei weitere Soldaten wurden dabei verletzt. Wer hinter den Angriffen steckte, war zunächst unklar. In Kolumbien sind Guerillagruppen, Paramilitärs und kriminelle Banden aktiv. Insgesamt waren am Sonntag 73.000 Soldaten im Einsatz, um Wähler und Kandidaten zu schützen.

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Insgesamt wurden bei der Wahl 188 Sitze im Abgeordnetenhaus und 108 Mandate im Senat neu vergeben - einige waren für bestimmte Gruppen und Minderheiten reserviert. Sechs Jahre nach dem Friedensabkommen zwischen der Regierung und der linken Guerillaorganisation Farc sollten in dem südamerikanischen Land nun auch die Opfer des jahrzehntelangen Bürgerkriegs eine Vertretung im Kongress erhalten. Bei der Abstimmung waren 16 Sitze im Abgeordnetenhaus für sie vorgesehen. Die früheren Mitglieder der Farc-Rebellen haben bereits seit 2018 garantierte Mandate im Parlament.

Kolumbien litt über 50 Jahre unter einem blutigen Bürgerkrieg mit rund 220.000 Toten und Millionen Vertriebenen. Nachdem die größte Guerillaorganisation Farc nach einem Friedensvertrag mit der Regierung 2016 offiziell die Waffen niederlegte, hat sich die Sicherheitslage zwar verbessert, allerdings werden immer noch große Teile des Landes von kriminellen Gruppen kontrolliert. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Instituts für Entwicklung und Frieden (Indepaz) 152 Anführer sozialer Gruppen und Menschenrechtsaktivisten in Kolumbien getötet.


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