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Personalsituation am Linzer KUK auf „Viertel nach Zwölf“

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Die Personalsituation am Kepler Universitätsklinikum (KUK) stehe nicht auf „fünf nach Zwölf sondern Viertel nach Zwölf“. Erfahrene Kräfte würden kündigen, die Omikron-Welle erfasse auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, „die Luft ist endgültig draußen“, bestätigte der Betriebsratsvorsitzende Helmut Freudenthaler einen Bericht in den „OÖN“ am Dienstag. Die Entscheidungen der Politik würden viel zu lange dauern, sagte auch sein Stellvertreter Branko Novakovic im „ORF Radio OÖ“.

„Wir brauchen jetzt dringend Unterstützungskräfte“, forderte Novakovic. Pflegekräfte und auch ein Mediziner hätten gekündigt, teilweise gebe es Langzeitkrankenstände, dazu die pandemiebedingten Ausfälle, deshalb „ist es schwierig Dienstpläne aufrecht zu erhalten, in jedem Bereich“, sagte Freudenthaler, der auch die zuletzt gemachten Öffnungen hinterfragte. „Es ist nicht fünf nach Zwölf sondern Viertel nach Zwölf.“

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Leute, die ihrem Beruf mit Herzblut nachgehen würden, „sitzen bei uns und sagen ‚Ich kann nimmer‘“, berichtete er. In diese Richtung würden auch die Ergebnisse einer Mitarbeiterbefragung zeigen. Lücken, die erfahrene Kräfte hinterlassen, könnten neu Ausgebildete nicht füllen, „und die sind zu wenig“. Zuletzt sei eine Medizinerin so lange im Dienst gewesen, dass sogar die ärztliche Leitung nach einer Ablöse gesucht habe. „Die Motivation der kollegialen Führung ist da“, betonte Freudenthaler.

Gefragt ist die Politik. Im Wesentlichen seien die Forderungen aus einem Offenen Brief an die Landespolitik vom 23. November des Vorjahres aufrecht: Unterstützungskräfte für nicht-medizinische Tätigkeiten, Entlohnung von Bereitschaft, Maskentragepausen und mehr Gehalt, damit man das Personal bekomme. „Das dauert alles schon zulange, wir brauchen die Leute jetzt“, insistierte Freudenthaler.

Laut einer Presseaussendung des KUK am Dienstag habe es Ende Februar 2022 mit 3.670 um 47 mehr Pflegekräfte gegeben als ein Jahr davor. Die OP-Auslastung liege demnach zwischen 70 und 80 Prozent. Sollte es mehr Personal geben, „dann nicht dort wo wir es brauchen“, kommentierte Freudenthaler die Stellungnahme.

„All diese Rahmenbedingungen stellen uns vor große Herausforderungen, ändern aber nichts daran, dass die Versorgung akut erkrankter, spitalspflichtiger Menschen gewährleistet werden kann - sowohl was Operationen als auch die konservative Versorgung betrifft“, kalmierte der Ärztliche Direktor Karl-Heinz Stadlbauer.


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