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Länder bei Corona-Quarantäne-Regeln uneins

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Die Länder haben sich, was die künftige Gestaltung der Quarantäne-Regeln anbelangt, uneins gezeigt. Während der Vorschlag des oberösterreichischen Landeschefs Thomas Stelzer (ÖVP), über deren Abschaffung nachzudenken, bei den rot geführten Ländern Kärnten und Burgenland auf wenig Gegenliebe stößt, zeigt man sich in den schwarz geführten aufgeschlossen. Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) verkündete am Dienstag indes eine Lockerung der Regeln für Kontaktpersonen.

Zu allererst hatte Stelzer den Vorstoß gemacht und laut über die Abschaffung der Quarantäne-Regeln nachgedacht. In den rot geführten Ländern zeigte man sich am Dienstag diesbezüglich ablehnend. Sowohl Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser als auch der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (beide SPÖ) sprachen sich gegenüber der APA dagegen aus.

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Kärntens Landeschef Kaiser meinte, dass die Abschaffung der derzeitigen Situation nicht entsprechen würde und verwies dabei auf die immens hohen Neuinfektionszahlen. „Wenn jemand krank ist, ist er infektiös und sollte jedenfalls zu Hause bleiben.“ Auch für Kranke ohne Symptome brauche es gewisse Einschränkungen. „Gewisse Einschränkungen sind sicher ein Muss, zum Beispiel dass man nicht auf Großveranstaltungen darf. Sonst provozieren wir eine Masseninfektion“, sagte der Kärntner Landeschef.

Auch für Doskozil wäre eine völlige Abschaffung der Quarantäne keine Option. Das Burgenland werde die Quarantänedauer aber in Übereinstimmung mit der allgemeinen Expertenmeinung jetzt auch auf fünf Tage verkürzen.

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Anders in Salzburg: Dort soll Stelzers Vorschlag am morgigen Mittwoch im Corona-Expertengremium des Landes zur Sprache kommen, sagte ein Sprecher von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) zur APA.

Und auch Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) sprach sich Dienstagvormittag für eine deutliche Verkürzung der Quarantänezeit aus. Es sei offenkundig, „dass zu viele Personen abgesondert werden“, sagte Wallner auch im Hinblick auf das Personal kritischer Infrastruktur, Spitälern und Schulen. Abzusondern seien jene mit Symptomen. Solange der Krankheitsverlauf - wie jetzt bei der Omikron-Variante - milde sei, müsse eine Krankschreibung wie bei anderen Krankheiten angestrebt werden, so Wallner.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) sprach in einer Stellungnahme gegenüber der APA Probleme in Krankenhäusern, Kindergärten, Schulen und in der Wirtschaft bezüglich Engpässen beim Personal an. „Operationen müssen verschoben werden, weil zu viele MitarbeiterInnen in den Krankenhäusern gleichzeitig in Quarantäne sind“. Es sei daher „gut, wenn diskutiert wird, wie man einerseits diese Menschen in der Arbeit halten kann und andererseits die vulnerablen Gruppen nicht gefährdet. Hierzu braucht es rasch eine Lösung“, forderte er. Das neue Testregime begrüßte der Landeschef dagegen.

Rauch hatte bei einer Pressekonferenz zum Testregime am Dienstag in Aussicht gestellt, dass die Quarantäneregeln gelockert werden. Nicht vollständig geschützte Kontaktpersonen müssen sich künftig nicht mehr zehn Tage absondern, für sie gelten künftig aber Verkehrsbeschränkungen.


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