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Erfassung Vertriebener in Beratungszentren angelaufen

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Insgesamt 129.000 Vertriebene aus der Ukraine sind bis Dienstag nach Österreich gekommen. Davon reisen an die 85 Prozent weiter in andere Ländern, so das Innenministerium in einem Hintergrundgespräch. Nach den Ländern hat mittlerweile auch die Wiener Polizei mit dem Registrierungsprozess begonnen. Erfasst waren am Dienstag rund 4.000 Personen. Während im Beratungszentrum im Wiener Austria Center Hochbetrieb herrscht, wird ein Erfassungszentrum in der Messe Wien errichtet.

Dort, wo noch vor Monaten Menschen in Schlangen auf ihre Coronaimpfung gewartet haben, warten jetzt großteils Frauen mit ihren Kindern, um als Vertriebene registriert zu werden. 34 derartige Erfassungsstellen wurden dafür in Österreich eingerichtet. Möglich gemacht hat diesen koordinierten Prozess eine kürzlich erlassene Verordnung, die es Schutzberechtigten ermöglicht, zunächst ein Jahr in Österreich zu bleiben und auch hier zu arbeiten.

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Nur durch das Zusammenwirken zwischen Bundes- und Landesstellen sowie NGOs wie Caritas und Diakonie ist eine geregelte Aufnahme der Vertriebenen - auf diesen Begriff habe man sich geeinigt - möglich, betonen die Vertreter der beteiligten Stellen. Darunter auch die für die Flüchtlingsbetreuung zuständige Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen (BBU), deren Einrichtung einst zu lautem Protest der Hilfsorganisationen geführt hatte. Angesichts des Kriegs Russlands gegen die Ukraine wird nun reibungslos kooperiert. 23 Betreuungseinrichtungen für Asylwerber stehen vonseiten des Bundes für die Vertriebenen zur Verfügung.

Eine „erste Ankunftsmöglichkeit“ für die Flüchtlinge, ein „zur Ruhe Kommen“ sollen die eingerichteten Stellen ermöglichen, betonen die Verantwortlichen. Dennoch kommt man - wie Asylwerber aus anderen Staaten - um den Registrierungsprozess nicht herum: Fingerbadrücke werden abgenommen, der biometrische Reisepass wird ausgelesen, Personaldaten erfasst. Der große Unterschied zur Flüchtlingswelle 2015 für die Wiener Polizei laut Generaldirektor Gerhard Pürstl: Die Lage sei sehr ruhig, im Wesentlichen beschränke man sich auf Hilfestellungen.

In den kommenden Tagen soll ein Erfassungszentrum am Gelände der Wiener Messe errichtet werden, allerdings ohne Caritas und Diakonie vor Ort, deren Aufgabe es anderswo ist, „diesen Prozess möglichst gut zu gestalten“, betonen Vertreter der Hilfsorganisationen. So bereite man etwa Anträge für die Aufnahme in die Grundversorgung vor. Ein derartiger Formalakt habe nämlich auch eine psychologische Komponente. Es gehe dabei um das „gesehen Werden“ und die Botschaft „Du bist hier in Sicherheit“.


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