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Streit über Fluchtkorridore für Zivilisten in der Ukraine

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Die russische Armee wirft der ukrainischen Seite mangelnde Kooperation bei Fluchtkorridoren für die gefährdete Zivilbevölkerung vor. Von zehn Fluchtrouten, die Russland vorgeschlagen habe, habe die Ukraine nur drei zugestimmt. Keine dieser Routen führe auf russisches Gebiet, sagte Generaloberst Michail Misinzew vom Verteidigungsministerium in Moskau am Dienstag. Im Gegenteil: Ukrainische Soldaten hinderten Flüchtlinge aktiv am Übertritt nach Russland, behauptete Misinzew.

Seinen Angaben nach hat die russische Armee seit dem Vortag 37.000 Menschen in Bussen oder Autos die Ausreise aus umkämpften Gebieten bei Schytomyr, Luhansk, Donezk und Mariupol ermöglicht. Misinzew warf den ukrainischen Truppen vor, die aus humanitären Gründen vereinbarten Feuerpausen zur Umgruppierung und Verstärkung zu nutzen.

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Dagegen meinte die ukrainische Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk Dienstagfrüh, es seien neun Korridore eingerichtet worden. Nach ukrainischen Angaben konnte tatsächlich eine unbekannte Zahl von Menschen in etwa 2.000 Autos die eingeschlossene Stadt Mariupol am Asowschen Meer verlassen.

Die Ukrainer kritisieren aber, dass die vermeintlich sicheren Korridore oft von russischer Seite beschossen würden. Russische Truppen hätten sich zuletzt auf den Artilleriebeschuss von Städten wie Charkiw oder Mariupol verlegt und dort große Zerstörungen angerichtet. Russland seinerseits streitet ab, zivile Objekte wie Wohnhäuser zu beschießen.

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Nach Angaben von General Misinzew brachten russische Soldaten seit Montag 450 Tonnen Lebensmittel, Medikamente und andere Hilfsgüter nach Mariupol. Ein ukrainischer Hilfskonvoi wartet nach Kiewer Angaben schon vier Tage auf die Einfahrt in die belagerte Stadt.


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