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Russische Hyperschall-Rakete zerstört Raketenarsenal

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Russland hat im Ukraine-Krieg offenbar mit der Hyperschall-Rakete „Kinschal“ (Dolch) ein Raketenarsenal zerstört. Das unterirdische Munitionsdepot der ukrainischen Luftwaffe in Deljatyn im Gebiet Iwano-Frankiwsk sei am Freitag durch die ballistische Rakete vernichtet worden, teilte das russische Verteidigungsministerium am Samstag mit. Dutzende Tote soll es bei einem Luftangriff auf eine Militärkaserne in Mykolajiw gegeben haben. Sieben Tote werden aus Butscha gemeldet.

Es ist das erste Mal seit Beginn des Krieges, dass Russland von dem Einsatz seiner neuen ballistischen Luft-Boden-Rakete „Kinschal“ berichtet. Es sei der erste Einsatz im Kampf überhaupt, hieß es. Bisher kamen die Waffen vor allem bei Manövern zum Einsatz - zuletzt wenige Tage vor der Invasion in die Ukraine, die am 24. Februar begonnen hat.

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Abgeschossen werden die „Kinschal“-Raketen von Kampfflugzeugen des Typs MiG-31. Sie können nach russischen Angaben Ziele in bis zu 2.000 Kilometer Entfernung treffen - unter Umgehung aller Luftabwehrsysteme. Hyperschallraketen übertreffen die Schallgeschwindigkeit um ein Mehrfaches und fliegen mit mehr als 6.000 Kilometern pro Stunde.

Bei einem russischen Luftangriff auf eine Militärkaserne im südukrainischen Mykolajiw wurden Augenzeugen zufolge Dutzende Menschen getötet. „Nicht weniger als 200 Soldaten schliefen in den Baracken“, sagte der 22-jährige Soldat Maxim der Nachrichtenagentur AFP am Samstag, einen Tag nach dem Raketenangriff. „Mindestens 50 Leichen wurden aus den Trümmern gezogen, aber wir wissen nicht, wie viele dort noch liegen.“ Die Rettungsarbeiten dauerten an. Überprüfbar waren die Angaben nicht.

Der Sprecher der ukrainischen Luftwaffe, Juri Ignat, bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass „der Feind unsere Depots angegriffen hat“. Es habe Zerstörungen und Explosionen von Munition gegeben. „Leider ist die Ukraine zu einem Versuchslabor für das gesamte russische Raketenarsenal geworden“, sagte Ignat dem Nachrichtenportal „Ukrainska Prawda“.

Auch die von russischen Truppen belagerte Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer war weiter umkämpft. Von ukrainischer Seite hieß es am Samstag, sie habe „vorübergehend“ den Zugang zum Asowschen Meer verloren. Die russische Armee hatte am Freitag erklärt, sie sei in die strategisch wichtige Stadt eingedrungen und kämpfe dort an der Seite von Truppen aus dem Separatistengebiet im ostukrainischen Donezk.

Ein Berater des ukrainischen Innenministeriums beschrieb die Lage in Mariupol als „katastrophal“. Am Rande der Stadt gebe es Kämpfe um das Stahlwerk Asowstal, sagte der Berater Wadym Denysenko. „Eines der größten Stahlwerke Europas wird im Moment zu einer Ruine“, sagte er.

Der Bürgermeister von Mykolajiw, Oleksij Senkewjtsch, sagte ukrainischen Medien, dass die Stadt, die vor dem Krieg fast eine halbe Million Einwohner zählte, aus der benachbarten, von Russland kontrollierten Region Cherson bombardiert worden sei. „Die Bombardierung geschieht zu schnell, um sie zu erfassen und das Alarm-System in Gang zu setzen“, sagte er. Rund um Mykolajiw gibt es heftige Kämpfe. Die Stadt gilt als strategisch wichtig, da sie vor der großen Hafenstadt Odessa liegt. Odessa wurde bisher von Angriffen verschont.

Im Ort Butscha nordwestlich der Hauptstadt Kiew seien durch Beschuss am Freitag sieben Zivilisten ums Leben gekommen, teilte die Polizei der Region Kiew am Samstag mit. In der ostukrainischen Region Donezk sprach die regionale Polizeibehörde von Dutzenden Toten und Verletzten ebenfalls bei Angriffen am Freitag. Es seien erneut Wohngebiete beschossen worden, hieß es von ukrainischer Seite.

Ebenfalls in der Region Kiew sollen bei einem Mörserangriff sieben Menschen getötet worden sein. Bei dem Vorfall in der Ortschaft Makariw seien fünf weitere Menschen verletzt worden, teilte die örtliche Polizei mit. Auch diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Die Ukraine gab unterdessen bekannt, bei Angriffen auf einen Flugplatz außerhalb von Cherson einen weiteren russischen General getötet zu haben. Es handle sich um den fünften hochrangigen Offizier der russischen Armee, der seit Beginn der Invasion am 24. Februar getötet worden sei.

Verhandlungen für ein russisches Ablenkungsmanöver. Der Kreml nutze dies, um seine Streitkräfte für eine neue Offensive vorzubereiten, sagte sie der Zeitung „Times“.

Nach Angaben der UNO sind inzwischen mehr als 3,3 Millionen Menschen vor den Kämpfen aus der Ukraine geflohen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) in Genf sprach am Samstag von weiteren fast 6,5 Millionen Menschen, die innerhalb der Ukraine auf der Flucht sind.


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