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Klaus Rott verfilmte „Der Herr Karl“: Premiere am Freitag

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„Vom Karli Sackbauer zum Herrn Karl“ reicht der Lebensweg des Wiener Schauspielers und Regisseurs Klaus Rott. Dass dieser nicht passend zu seinem 80er am 9. Oktober gefeiert wurde, sondern erst jetzt in ein paar Bühnen-Abenden kulminiert, ist auf „Pech, Pannen und Pandemie“ zurückzuführen, wie die langjährige Stütze des Theaters der Jugend im Gespräch mit der APA festhält. Dafür gibt es am Freitag (25.3.) in Schwechat eine Uraufführung: Rott hat den „Der Herr Karl“ verfilmt.

„Es ist eine mit Eigenmitteln finanzierte Low-Budget-Produktion, die ich mir selbst geschenkt habe“, sagt Rott. 2017 hat er auf Einladung des Wiener Theater Center Forum den legendären Mitläufer-Monolog von Carl Merz und Helmut Qualtinger für die Bühne erarbeitet und danach bedauert, dass die Vorstellung nie auf Video mitgeschnitten wurde. „Für die Nachfahren“ wollte er es schließlich zwei Jahre später doch aufzeichnen lassen. „Das Projekt hat dann eine Eigendynamik bekommen und wurde immer professioneller.“ Statt auf einer Bühne wurde in einem Keller gedreht, aus dem reduzierten und stilisierten Bühnenbild wurde ein liebevoll mit Regalen und Requisiten (inklusive einer alten Sprechanlage) ausgestatteter Realraum - das Magazin des Feinkostgeschäfts, in dem der Angestellte auf sein Leben zurückblickt.

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Seit eineinhalb Jahren spielt Andi Vitásek im Rabenhof den „Herrn Karl“, ganz ohne aufdringlichen Aktualisierungsversuche. Wie hat der 15 Jahre ältere Klaus Rott den Herrn Karl angelegt? „Egal, wie man es macht - verglichen wird man ja doch immer mit Helmut Qualtinger“, lacht Rott, der einst nach dem Max-Reinhardt-Seminar zunächst nach Deutschland ging und dort sogar an einer Handke-Uraufführung mitwirkte. „Ich versuche den Herrn Karl nicht plakativ unsympathisch zu zeichnen. Erst beim zweiten Hinsehen entlarvt er sich. Und am Ende kann man vielleicht sogar etwas Mitleid mit ihm bekommen, so einsam, wie er wirkt.“

Die mit einem vierköpfigen Team (Co-Regie und Kamera: Wolfgang Liemberger) realisierte Filmversion fand Gefallen beim Verlag, der schließlich auch sein Okay für öffentliche Vorführungen gab. Die bettet Rott nun ein in eine halbstündige Plauderei, in der er sich anekdotenreich an seine Mitwirkung an der 70er-Jahre-Kult-Serie „Ein echter Wiener geht nicht unter“ erinnert und auch Szenen aus seinem Retro-Solo „Der Herr Karli“, das er 2003 herausbrachte, zum Besten gibt. „Nach dieser unterhaltsamen Rückschau gibt es ein tiefes Durchatmen. Dann erzähle ich die Vorgeschichte des Films und auch von den Hoppalas bei den Dreharbeiten - und zeige schließlich meinen Film.“

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Im Wiener Metro-Kinokulturhaus liegt am 31. März das Schwergewicht mehr auf Rotts umfangreiche Filmarbeit (zuletzt wirkte er etwa u.a. in „Die Migrantigen“ und „Murer - Anatomie eines Prozesses“ mit). Im Double-Feature mit „Der Herr Karl“ wird Axel Cortis Fernsehfilm „Totstellen“ aus 1975 gezeigt. Nach einem Drehbuch von Michael Scharang spielte Rott den jungen Bauernsohn und Bauarbeiter Franz, der am Versuch, ein eigenes Haus und eine eigene Existenz aufzubauen, tragisch scheitert.

Im April zeigt Klaus Rott dann einige Male sein Bühnen- und Filmprogramm „Vom Karli Sackbauer zum Herrn Karl“ im Theater Center Forum in Wien-Alsergrund. Und irgendwann soll seine „Der Herr Karl“-Verfilmung auch auf ORF III ausgestrahlt werden. „Hoffentlich nicht erst posthum“, lacht Rott.

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