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KFV warnt vor Verletzungsrisiko durch Drohnen

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In Österreich gibt es geschätzt an die 100.000 Drohnen. Das berichtete Armin Kaltenegger vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), der am Mittwoch bei einem Medientermin in Wien vor der Unfallgefahr durch solch ferngesteuerte Fluggeräte warnte. „Bereits die kleinsten Drohnen, für die ich gar keine Genehmigung brauche, können Gesicht, Händen, Hals und Fingern Verletzungen zufügen.“ Gefährlich sind vor allem die scharfen Propeller, ergab ein Drohnen-Crashtest des KFV.

Bei dem laut KFV einzigen Crashtest dieser Art in ganz Europa wurden 13 Drohnen von unter 100 Gramm bis zwei Kilo Eigengewicht der niedrigsten von drei EU-weit gültigen Kategorien „möglichst lebensnah“ mit Dummies zur Kollision gebracht. Dies fand im Rahmen eines „wissenschaftlichen Setups“ statt, betonte Kaltenegger, Leiter des Bereichs Eigentumsschutz im KFV.

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In erster Linie droht die Gefahr von Schnittverletzungen, „die tief gehen können“, erläuterte der Experte. Die Propeller könnten auch die Halsschlagader durchtrennen und bei einem Test-Dummie habe sich ein Stich bis in den Bereich der Lunge gezeigt. Bei schwereren Modellen komme „die kinetische Energie des Aufpralls“ hinzu. Diese kann Menschen auch umwerfen, was laut Kaltenegger die Gefahr von weiteren Verletzungen durch einen Sturz birgt.

Eine von einem ausgebildeten Drohnen-Piloten gesteuerte Drohne größerer Bauart warf bei einer Live-Demonstration eines solchen Crashtests bei dem Medientermin einen aus Seife nachgebildeten Torso samt Klappständer zu Boden. Auch die Drohne stürzte bei dem wuchtigen Zusammenprall ab und verlor einen Propeller, an einem Menschen anstelle des Dummies wären aber zumindest Schnittwunden entstanden, zeigte der Test eindrucksvoll „simulierte Personenschäden und echten Sachschaden“, wie Kaltenegger sagte.

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„Wir wollen keine Angst machen, sondern Bewusstsein schaffen“, versicherte der KFV-Experte. Die bestehenden Regelungen und deren Einhaltung seien „sinnvoll“ und eine Ausbildung für Drohnen-Piloten „keine Schikane“. Es gebe zudem „eine Reihe von technischen Hilfen“, um Kollisionen zu verhindern, sprach Kaltenegger beispielsweise eingebaute Sensoren an. Auch bauliche Schutzvorrichtungen rund um die Propeller sind möglich. Die Investition in eine Drohne einer höheren Preisklasse könne sich für die Sicherheit lohnen.

Kaltenegger betonte weiter: „Mit Drohnen kann man absolut sinnvolle Sachen machen. Wenn man zwei, drei Dinge beachtet, sind diese Tätigkeiten auch höchst sicher.“ Er verwies etwa auf das Aufspüren von Rehen in Feldern vor dem Einsatz von Mähdreschern oder die Inspektion von Windrädern, die mit Drohnen in einer halben Stunde erledigt sei, statt langwierig durch Industriekletterer. „Ich glaube, wir dürfen getrost von der größten Innovation seit der Erfindung des Automobils sprechen“, sagte Kaltenegger. „Alle erhalten Zugang zu einer weiteren Dimension: dem Luftraum.“ Die Entwicklung stehe noch am Anfang und mit den mit Drohen verbundenen Gefahren „werden wir umgehen können“, zeigte sich der Experte zuversichtlich.

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