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Landestheater Salzburg soll künftig ohne Knarren auskommen

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Nur noch sechs Wochen, dann gehört das knarrende Gestühl im Salzburger Landestheater der Vergangenheit an. Am 11. Mai startet im Stammhaus die 13,6 Millionen teure Sanierung. Der Balkon im Zuseherraum, die Bestuhlung und die Bühnentechnik werden erneuert. Im Mai und Juni weicht das Theater in ein Zirkuszelt am Messezentrum aus. Nach der Sommerpause und Produktionen zu Beginn der Spielzeit 2022/2023 im Festspielbezirk wird das Haus am 12. November in goldenem Glanz eröffnet.

Nach dem fünf Monate dauernden Umbau kehren die ursprünglich beigen und goldenen Farbtöne im Innenraum des Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Theaters zurück. In den 1930er Jahren wurden die Farben grau überpinselt. Die originalen Goldstuckaturen darunter sind aber erhalten geblieben, wie der Kaufmännische Direktor des Landestheaters, Bernhard Utz, am Donnerstag bei einem Lokalaugenschein erläuterte. „Ich glaube, wir können dem gesamten Innenraum den Glanz wiedergeben.“

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Der neue Anstrich ist aber nur ein Teilaspekt der Sanierung. Gleich am zweiten Tag der Sanierungsphase wird der bei jeder Bewegung des Zusehers krachende Balkon abgerissen. Durch eine Optimierung der Sitzabstände werden „mehr bessere Sitzplätze“ geschaffen, erklärte Utz. Damit wird eine bessere Sicht auf die Bühne ermöglicht, es geht aber kein Sitzplatz verloren. Alle Stühle, alt und durchgesessen, werden in neue ausgetauscht.

Die vielen sichtbaren Kabel und die Beleuchtungskörper werden großteils in Mauern eingebracht und damit aus dem Blickwinkel des Publikums verschwinden. Die Bühnenmaschinerie erhält eine zentrale, elektronische Steuerung. Die alten Seilzüge im Bühnenhaus, anhand derer die Bühnenteile mit Gegengewicht bewegt wurden, wird es im Herbst nicht mehr geben. „Sie sind sicherheitstechnisch nicht mehr zeitgemäß“, sagte Utz. Die Ton-, Video- und Beleuchtungstechnik wird ebenfalls auf einen zeitgemäßen Stand gebracht, was die Arbeitssituation verbessert und den Raum aufwertet.

Was die Projektphase betrifft, so liege man im Kosten- und Zeitplan. Der Kaufmännische Direktor blickt auch mit Zuversicht auf die neue Spielzeit, auch wenn die Coronapandemie nicht spurlos an der aktuellen Spielzeit vorbeigegangen ist. Die bis 15. März aufgeführten 153 Vorstellungen wurden von rund 52.000 Gästen besucht, das sei nur etwa die Hälfte der Besucherinnen und Besucher im Vergleich zum analogen Zeitraum in Jahren vor der Pandemie. Die Auslastung lag 2021/2022 bisher bei 67 Prozent. Dennoch seien bei Produktionen wie „The Rocky Horror Show“, „Der Schuh des Manitu“ und „Die Zauberflöte“ eine Auslastung von 90 Prozent verzeichnet worden. „Wir haben auch eine extrem hohe Nachfrage im Kinder- und Jugendbereich.“

Die Theatersaison 2022/2023 steht unter dem Titel „Lichtgestalten“. Das Wort leitet sich aus dem englischen Begriff „Enlightenment“ ab, der die Zeit der Aufklärung mit dem Bekenntnis zur menschlichen Vernunft und Wissenschaft symbolisiert. Beleuchtet werden in der Spielzeit Lebenskonstellationen, die mit Licht beziehungsweise Vernunft das Leben gestalten, erklärte Landestheaterintendant und Schauspieldirektor Carl Philipp von Maldeghem.

Die ersten drei Monate wird vor allem im Festspielbezirk gespielt. Auf dem Programm stehen drei Neuinszenierungen in der Felsenreitschule: Die Oper „Der Rosenkavalier“ - eine Koproduktion mit der Kulturvereinigung-, weiters das Musical „Hair“ und die Uraufführung „Die Entstehung des Lichts“, die sich mit Haydns Schöpfung und Charles Darwins Reise zu den Galapagos Inseln beschäftigt und vom Intendanten selbst inszeniert wird.

Zur Eröffnung des frisch renovierten Stammhauses wird ein Gala stattfinden, kündigte Maldeghem an. Mit den „Buddenbrooks“ von Thomas Mann in der Inszenierung von Alexandra Liedtke geht dort am 25. November die erste Produktion nach der Sanierung über die Bühne. Als erste Oper folgt am 10. Dezember „La Finta Giardiniera“ von Wolfgang Amadeus Mozart, am 4. März wird die Oper „Des Kaisers neue Walzer“ von Alma Deutscher uraufgeführt. Mit Tschaikowskys „Jolanthe/Der Nussknacker“ und Strauß‘ „Die Fledermaus“ stehen noch weitere Opern auf dem Programm.

In der neuen Spielzeit zu sehen sind unter anderem auch die Musicals „Das Fliegende Klassenzimmer“ (eine Uraufführung) und „The Sound of Music“ (Wiederaufnahme). Im Schauspiel wird am 9. September im Paracelsus-Bad „Shakespeare im Pool“ veranstaltet, am 11. Oktober geht „Effi Briest“ im Theater Oval im Europark in Kooperation mit dem Altstadttheater Ingolstadt über die Bühne. Unter der Sparte „Junges Land“ wird für Kinder- und Jugendliche einiges geboten, etwa die Uraufführungen „Der Regenbogenfisch“ und „Das Fliegende Klassenzimmer“ - eine österreichische Erstaufführung der Neufassung von Michael Ende unter der musikalischen Leitung von Komponistin Katrin Schweiger, sowie „Der Lorax“ und die Österreichische Erstaufführung „Das Gewicht der Ameisen“.

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